Premierenfieber in Europa: Belcanto und große romantische Oper

Die Dirigenten Enrique Mazzola, Kirill Karabits und Alain Altinoglu setzen in Zürich, Weimar und Brüssel Highlights des Opernfrühlings

Das Frühjahr beginnt und die Opernhäuser setzen zum Endspurt ihrer Spielzeiten an – beste musikalische Voraussetzungen, dabei noch einmal Glanzstücke zu zeigen, herrschen in Zürich, Weimar und Brüssel: Dort stehen Enrique Mazzola, Kirill Karabits und Alain Altinoglu im April Neuproduktionen vor und zeigen, warum sie auch im Opernfach zu den aktuell spannendsten Dirigenten gehören.

Den Beginn macht die Premiere von Gaetano Donizettis „Maria Stuarda“ am 08. April in Zürich. Inszeniert von David Alden, einem der einflussreichsten Regisseure der Gegenwart, und mit u.a. Diana Damrau und Pavol Breslik brillant besetzt, bringt der Belcanto-Spezialist Enrique Mazzola für Donizettis Oper um zwei starke Frauen, Macht und Liebe all seine Expertise und seinen Enthusiasmus für dieses Repertoire ein und wird Zürich eine Sternstunde des Belcanto bescheren.

Am Nationaltheater Weimar dagegen zeigt Kirill Karabits, seit 2016 Chefdirigent der Staatskapelle Weimar, große romantische Oper: Richard Wagners „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“ feiert am 14. April Premiere in einer Inszenierung des jungen Regisseurs Maximilian von Mayenburg. Mit Wagner gab Karabits 2016 auch seinen gefeierten Opern-Einstand in Weimar, damals mit den „Meistersingern“ – mit „Tannhäuser“ setzt er nun die große Wagner-Tradition Weimars fort, wo vor ihm schon Franz Liszt dem Werk zu Ruhm verhalf.

Eine andere Oper Wagners, die in Weimar ihre Uraufführung erlebte, steht schließlich ab dem 19. April im Théâtre Royal de la Monnaie / De Munt in Brüssel auf dem Spielplan: Mit „Lohengrin“ leitet dort Alain Altinoglu die erste Neuinszenierung im renovierten Stammhaus, seit er im Januar 2016 die Position des musikalischen Leiters des Hauses antrat. Mit Olivier Py inszeniert ein Regisseur, mit dem Altinoglu bereits Ende letzten Jahres für die beeindruckende Aufnahme der „Dialogues des Carmélites“ zusammenarbeitete. Der „Lohengrin“ ist Alain Altinoglu bereits bestens vertraut, dirigierte er ihn doch 2015 bei den Bayreuther Festspielen, wo er als erster französischer Dirigent seit Pierre Boulez engagiert wurde. Mit Altinoglu als ausgewiesenem Fachmann für die Farben der Partitur steht somit auch Brüssel ein faszinierendes Opern-Erlebnis bevor.