Die Energien der Meister: Haimovitz interpretiert Jazz-Meilensteine

Er hat es schon wieder getan: Als Garant für künstlerische Innovation und Abenteuerlust veröffentlicht Cellist Matt Haimovitz seit Jahren auf seinem eigenen Label OXINGALE Records sowie seit 2015 auch auf dem niederländischen Label Pentatone so ungewöhnliche wie fesselnde Einspielungen. Für seine im Juni bei Pentatone veröffentlichte Aufnahme „Meeting of the Spirits“ vereint Haimovitz erneut scheinbar Unvereinbares – mit seinem Cello-Ensemble „Uccello“ spielt er darauf Tracks großer Jazz-Helden, darunter Miles Davis, Ornette Coleman und Billy Strayhorn. Bereits nach seiner US-Veröffentlichung 2011 gewann „Meeting of the Spirits“ einen GRAMMY – und zeigt nun endlich auch auf dem europäischen Markt, dass Jazz und Cello hervorragend gemeinsame Sache machen.

 

„I do believe in spirits“ – Ich glaube an Geister, sagte der legendäre US-amerikanische Jazztrompeter Miles Davis über seine Überzeugung, dass die Energien großer Musiker in deren Musik spürbar bleiben und nachfolgende Musikergenerationen inspirieren. Für „Meeting of the Spirits“ ließ Matt Haimovitz die Geister einiger Koryphäen auf sich wirken: Werke von Miles Davis, Ornette Coleman, John Lewis, Billy Strayhorn, George Gershwin und Charles Mingus sowie den sehr vitalen Inspirationsquellen John McLaughlin und David Sanford wurden für das Album und Matts Cello-Ensemble „Uccello“ neu arrangiert.

Neben „Uccello“, das sich aus derzeitigen und ehemaligen Studenten Matt Haimovitz’ zusammensetzt und für das Projekt auf Big Band-Größe erweitert wurde, bestreitet der Cellist das Programm des Albums mit äußerst prominenten Kollegen: So ist es John McLaughlin selbst, laut Jeff Beck der „größte lebende Gitarrist“, der für sein eigenes „Open Country“ seine Fähigkeiten zur Verfügung stellt. Für das titelgebende „Meeting of the Spirits“, ebenfalls ein McLaughlin-Arrangement, steuern Matt Wilson sowie Jan Jarczyk die Drums bzw. das Klavier bei, und wiederum Matt Wilson gibt Ornette Colemans „W.R.U.“ den nötigen Drive.

Seinen musikalischen Reichtum bezieht „Meeting of the Spirits“ dabei nicht nur aus seiner ungewöhnlichen Herangehensweise. Auch die Auswahl der Werke selbst spiegelt die Entwicklung des Jazz in nahezu all seinen Facetten wider, und die Arrangements reflektieren den Charakter der einzelnen Stücke auf markante Art und Weise.

Nicht nur deswegen ist „Meeting of the Spirits“ ein Album, das seinen ganz eigenen Geist entwickelt: Der polnische Jazz-Komponist und -Pianist Jan Jarczyk, der für das titelgebende Stück gemeinsam mit seiner Tochter, einer Studentin von Matt Haimovitz, die Soli übernahm, verstarb 2014, drei Jahre nach der Aufnahme des Albums – auch sein Vermächtnis ein „Spirit“, der bleiben wird.

 

Matt Haimovitz, Violoncello

Ensemble „Uccello“

John McLaughlin, Gitarre

Matt Wilson, Schlagzeug

Jan Jarczyk, Klavier

 

Meeting of the Spirits

 

Tracklist:

1) John McLaughlin

Open Country Joy (feat. John McLaughlin)

 

2) Miles Davis

Half Nelson

 

3) Ornette Coleman

W.R.U. (feat. Matt Wilson)

 

4) John Lewis

Blues in A Minor

 

5) John McLaughlin

Meeting of the Spirits (feat. Matt Wilson, Jan Jarczyk)

 

6) Billy Strayhorn

Blood Count

 

7) David Sanford

Triptych

 

8) George Gershwin

Liza

 

9) Charles Mingus

Haitian Fight Song

 

Weitere Informationen unter:

www.matthaimovitz.com

www.pentatonemusic.com