Haimovitz & O’Riley widmen sich russischen Komponisten und russischem Pop

„Troika“: Rachmaninow, Prokofjew, Schostakowitsch, Zoi, Pussy Riot, Lennon & McCartney

VÖ: Oktober 2017

 

„Wenn zwei Künstler dafür geschaffen sind, zusammen zu arbeiten, ist es mit Sicherheit dieses Paar.“ – New York Times

 

Cellist Matt Haimovitz und Pianist Christopher O’Riley sind bekannt für künstlerische Innovationen und können bereits auf eine erfolgreiche gemeinsame Diskographie-Geschichte zurückblicken. Für ihre neue Aufnahme „Troika“ hat das erfinderische Duo ein Repertoire zusammengestellt, das die Macht des künstlerischen Schaffens in Zeiten politischer Repression unterstreicht – ein Thema, das aktueller nicht sein könnte. Neben Werken des russischen Komponisten-Dreigespanns Rachmaninow, Prokofjew und Schostakowitsch präsentieren Haimovitz und O’Riley auf dem Doppelalbum auch Arrangements populärer Stücke von russischen Musikern und beweisen damit erneut ihr Faible für ungewöhnliche, genre-übergreifende Kombinationen.

 

Die musikalische Zusammenarbeit zwischen Matt Haimovitz und dem Pianisten Christopher O’Riley ist insbesondere durch ihre musikalische Neugier und unkonventionelle Herangehensweise inspiriert und bereits auf etlichen Aufnahmen dokumentiert. Nach „Beethoven, period“ (2015), „Shuffle.Play.Listen“ (2016) und der Festival-Einspielung „Domo“ (2017) ist „Troika“ das vierte CD-Projekt, das Haimovitz gemeinsam mit O’Riley für die PENTATONE Oxingale Serie veröffentlicht. Mit der neuen Aufnahme betonen die beiden Musiker abermals, wie wichtig es ihnen ist, Parallelen zwischen klassischer Musik und Pop aufzuzeigen. So kombinieren sie auch hier Werke verschiedener Epochen: von den Sonaten der russischen „Komponisten-Troika“ Rachmaninow, Prokofjew und Schostakowitsch bis hin zu Arrangements von Pussy Riot, John Lennon und dem Rockmusiker Wiktor Zoi, der in Russland vor allem für seine regimekritischen Texte bekannt ist. Verbunden sind die ausgewählten Komponisten und Songwriter durch ihren unermüdlichen Widerstand gegen das jeweils herrschende politische Regime und ihr Einstehen für die Freiheit der Kunst. Jedes einzelne der ausgewählten Werke auf der neuen Einspielung unterstreicht somit die Macht und Bedeutung des künstlerischen Schaffens in Zeiten politischer Repression und ehrt den Mut zur Rebellion. Diese Intention spiegelt sich auch im Titel des Doppelalbums wider, erläutert Matt Haimovitz: „Das traditionelle Drei-Pferde-Gespann Troika zog durch die russische Landschaft und kündigte mit seinen Glocken und Pfeifen seine Ankunft in der Stadt an. Auf ähnliche Weise nutzen die auf „Troika“ präsentierten Komponisten und Songwriter die Kraft ihrer Stimmen, um zu warnen und zu drängen, um Widerstand zu leisten und zu erinnern – jeder auf seine ganz eigene Art und Weise.“

 

Biographien

Der in Israel geborene und heute in Kanada lebende Cellist Matt Haimovitz ist seit Jahren für seine unkonventionelle Herangehensweise an klassische Werke und deren Aufführung bekannt. Nach seinem Debüt als 13jähriger 1984 mit dem Israel Philharmonic Orchestra unter Zubin Mehta und seiner ersten Aufnahme für die Deutsche Grammophon mit 17 Jahren schien der Weg des Studenten von Leonard Rose vorgezeichnet – nachdem sein erster Plattenvertrag ausgelaufen war, widmete sich Haimovitz allerdings zunehmend der Realisierung seiner ganz eigenen musikalischen Visionen. So tourte er mit den Cello-Suiten von Johann Sebastian Bach durch Bars und Clubs, war der erste klassische Musiker, der im legendären Punk-Club CBGB auftrat, und nicht zuletzt gründete er gemeinsam mit seiner Frau, der Komponistin Luna Pearl Woolf, sein eigenes Label, Oxingale Records; dank der seit 2015 bestehenden Kooperation von Oxingale mit dem niederländischen Label PENTATONE sind die Aufnahmen auch auf dem europäischen Markt verfügbar. Zu Matt Haimovitz’ zahlreichen Auszeichnungen gehören der Trailblazer Award, der Grand Prix du Disque und der Avery Fisher Career Grant. Darüber hinaus war Matt Haimovitz mehrfach für einen Grammy nominiert. Er spielt ein 1710 in Venedig gebautes Cello von Matteo Gofriller.

Auch der 1956 in Chicago geborene Pianist Christopher O’Riley ist für musikalische Neugier über alle Genres hinweg bekannt. Bereits während seiner Schulzeit entdeckte der seit dem Alter von vier Jahren im Klavierspiel ausgebildete O’Riley seinen Hang zu Popmusik, auch wenn er für sein Studium am New England Conservatory of Music eine ausschließlich klassische Ausbildung wählte. O’Riley gewann u.a. Preise beim Leeds International Piano Competition sowie dem Van Cliburn- und Busoni-Wettbewerb. Neben verschiedenen klassischen Aufnahmen, darunter Klavierwerke von Strawinsky, Scriabin, Ravel, Rachmaninoff und Rameau, wurde Christopher O’Riley vor allem durch seine Bearbeitungen von Radiohead-Songs bekannt, die er ebenfalls für mehrere Aufnahmen einspielte und die sowohl bei Publikum wie Kritikern großen Anklang fanden – so hat kein anderes als „klassisch“ zu wertendes Album je vom Rolling Stone vier von fünf Sternen erhalten. O’Riley ist über seine musikalische Tätigkeit hinaus Moderator im National Public Radio.

 

TROIKA

Matt Haimovitz, Violoncello

Christopher O’Riley, Klavier

 

VÖ: Oktober 2017 (PENTATONE Oxingale Serie)


CD 1

Dmitri Schostakowitsch (1906 – 1975)

1 Walzer Nr. 2 *

Sonate für Cello und Klavier in d-Moll, Op. 40

2 Allegro non troppo

3 Allegro

4 Largo

5 Allegro

 

Sergej Prokofjew (1891 – 1953)

6 Troika (aus der Filmmusik von Leutenant Kishe) *

Sonate für Cello und Klavier in C-Dur, Op. 119

7 Andante grave

8 Moderato

9 Allegro ma non troppo

 

 

CD 2

Sergej Rachmaninow (1873 – 1943)

Sonate für Cello und Klavier in g-Moll, Op. 19

1 Lento – Allegro moderato

2 Allegro scherzando

3 Andante

4 Allegro mosso

5 Vocalise

 

Wiktor Zoi (1962 – 1990) 

6 Kukushka *

 

Pussy Riot 

7 Punk Prayer – Virgin Mary, Put Putin Away *

 

John Lennon (1940 – 1980) & Paul McCartney (1942 – ) 

8 Back in the U.S.S.R. *

 

*Arrangements von Christopher O’Riley & Matt Haimovitz

 

Weitere Informationen unter:

www.matthaimovitz.com

www.pentatonemusic.com