Matt Haimovitz spielt Bach – THE CELLO SUITES According to Anna Magdalena

Innovation, außergewöhnliche Programmatik und höchste musikalische Qualität: Mit diesem Anspruch begründeten die OXINGALE Records des Cellisten und musikalischen Querdenkers Matt Haimovitz und das niederländische Label PENTATONE ihre Kooperation der OXINGALE PENTATONE SERIES. Dass es diesem Anspruch auch gerecht wird, zeigen bereits die ersten drei Veröffentlichungen des Labels: Folgten auf die erste CD, eine Originalklang-Einspielung der Sonaten und Variationen  für Cello und Fortepiano Ludwig van Beethovens, noch Aufnahmen zeitgenössischen Cello-Repertoires der letzten 70 Jahre, so widmet sich Haimovitz in der nun vorliegenden dritten Veröffentlichung nun dem Schlüsselwerk der Cello-Literatur – den Suiten für Violoncello solo von Johann Sebastian Bach.

Zeitgenössisch, innovativ, grenzüberschreitend – so präsentierte sich Matt Haimovitz auf seiner bislang letzten Veröffentlichung, Orbit, die einen Querschnitt durch das Cello-Repertoire der letzten 70 Jahre abbildete, darunter immerhin zehn Weltersteinspielungen. Für seine neueste Aufnahme der OXINGALE PENTATONE SERIES beschreitet er nun in mehrfacher Hinsicht den Weg zurück zu den Wurzeln: THE CELLO SUITES According to Anna Magdalena legt eine Einspielung von Bachs Suiten für Violoncello solo vor – Heiligtum, Bibel und Prüfstein eines jeden Cellisten.

Haimovitz stellt sich Bachs Vermächtnis dabei nicht zum ersten Mal. Bereits im Jahr 2000 brachte er die Solo-Suiten auf eine USA-Tournee – allerdings nicht etwa in die einschlägigen Kammermusiksäle, sondern in Folk-Bars und Punk-Schuppen, wodurch sich sein Ruf begründete, kreativ und kritisch gängige Aufführungsformen klassischer Musik zu hinterfragen. Im gleichen Jahr veröffentlichte Haimovitz die sechs Suiten, die er als „die Grundlage seines Verständnisses von Musik überhaupt“ bezeichnet, als erste Einspielung auf seinem neu gegründeten Label OXINGALE Records.

15 Jahre später widmet sich Haimovitz nun wieder den Suiten: Als einzige Quelle nutzte er diesmal das Notenmanuskript, welches auf Anna Magdalena, Bachs zweite Ehefrau, zurückzuführen ist.  Um einen möglichst authentischen Klang zu erreichen, bespannte er sein 1710 gebautes Goffriller-Cello mit Rinderdarmsaiten und spielte die Aufnahme mit der Replik eines Barockbogens ein; für die VI. Sonate spielt Haimovitz außerdem ein cello piccolo, für welche die Sonate vermutlich ursprünglich komponiert wurde.

Dass sich Matt Haimovitz im Originalklang ebenso zu Hause fühlt wie in den Werken zeitgenössischer Komponisten, bewies er bereits auf seiner Originalklang-Einspielung der Beethoven-Sonaten und –Variationen für Violoncello und Fortepiano, die Anfang 2015 veröffentlicht wurde. BEETHOVEN, period. war sowohl Editor’s Pick April 2015 des Gramophone Magazine als auch unter dessen „Top 10 recent Beethoven recordings“, und zeigt einmal mehr die Bandbreite von Matt Haimovitz’ musikalischem Können und Interesse.

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
THE CELLO SUITES According to Anna Magdalena
Matt Haimovitz,
baroque cello & cello piccolo
OXINGALE PENTATONE SERIES
VÖ Oktober 2015 

CD 1
Suite Nr. I in G-Dur, BWV 1007
Suite Nr. II in d-Moll, BWV 1008
Suite Nr. III in C-Dur, BWV 1009

CD 2
Suite Nr. IV in Es-Dur, BWV 1010
Suite Nr. V in c-Moll, BWV 1011
Suite Nr. VI in D-Dur, BWV 1012