Roth & Gürzenich-Orchester: Platten-Debüt mit Aufbruchstimmung

François-Xavier Roth und das Gürzenich-Orchester Köln veröffentlichen mit Mahlers Symphonie Nr. 5 bei harmonia mundi ihre erste gemeinsame Einspielung

VÖ: 10.11.2017

 

Musikalische Innovation liegt dem Gürzenich-Orchester Köln in den Genen. Ende des 19. Jahrhunderts war es als eines der wichtigsten Uraufführungsorchester in Deutschland etabliert – auch Gustav Mahler wählte die Kölner nach der Uraufführung seiner dritten Symphonie erneut aus, um die Premiere seiner fünften Symphonie zu gestalten. François-Xavier Roth, der das Gürzenich-Orchester seit 2015 als Chefdirigent leitet und den die Frankfurter Allgemeine Zeitung einen „Glücksfall“ für die Stadt Köln nennt, wählte dieses Werk nun für die erste Aufnahme mit seinem Kölner Orchester – als Verneigung vor dem historischen Erbe und Ausblick auf eine glänzende gemeinsame Zukunft. 

 

Gustav Mahlers Symphonie Nr. 5 wird oft als Wendepunkt im Schaffen des Komponisten bezeichnet – dabei erhielt sie in der Zeit nach ihrer Uraufführung 1904 kaum positive Kritiken und entwickelte sich erst nach dem Tod Mahlers zu einem seiner populärsten Werke. François-Xavier Roth, der sich auch in seinen Konzertprogrammen regelmäßig auf die ruhmreiche Geschichte des Gürzenich-Orchesters beruft, das unter anderem Brahms‘ Doppelkonzert, „Till Eulenspiegels lustige Streiche“ sowie „Don Quixote“ von Richard Strauss uraufführte, folgt mit der Entscheidung für das 70minütige Werk für die erste Aufnahme seiner programmatischen Linie: „Ich möchte, dass die Leute mehr über die Geschichte des Orchesters erfahren und dass die Geschichte ein wichtiges Element unserer Arbeit wird. Das heißt: Mehr Kontakt mit den Komponisten, die hier leben, und mehr Kontakt mit den Komponisten, die mit dem Orchester gearbeitet haben (…) Das ist die Gürzenich-Kultur.“, so Roth in einem Interview mit der Zeitschrift „Fono Forum“ 2017.

 

Mit Mahlers fünfter Symphonie hat das Orchester zudem Gelegenheit, die außergewöhnliche Qualität der Zusammenarbeit mit seinem neuen Chefdirigenten zu demonstrieren. „Symphonie heißt mir eben: mit allen Mitteln der vorhandenen Technik eine Welt aufbauen“, sagte Gustav Mahler selbst über seine Arbeit. In der fünften Symphonie findet sich so die gesamte Bandbreite menschlicher Emotion – Trauer und Leid, Hoffnung, Liebe und Verzweiflung, Angst und Vertrauen –, vom einleitenden Trauermarsch über das ausufernde Scherzo bis hin zum Adagietto, das durch Luchino Viscontis Film „Tod in Venedig“ eigene Berühmtheit erlangte und als wortlose Liebeserklärung Mahlers an seine zukünftige Ehefrau Alma Schindler gilt. In der Interpretation der so komplexen wie vielschichtigen Musik Mahlers wird hörbar, wie sehr die Chemie zwischen Roth und dem Gürzenich-Orchester stimmt. Dafür verlässt sich Roth auch auf das historische Gespür seiner Musiker: „Natürlich hat keiner der Musiker selbst unter Mahler gespielt. Aber es gibt diese Magie, die Musiker haben die Werke, die sie uraufgeführt haben, im Blut (…) Das spürt man noch hundert Jahre später.“

 

Gustav Mahler (1860-1911)

Symphonie Nr. 5 in cis-Moll

VÖ: 10.11.2017 bei harmonia mundi

 

François-Xavier Roth

Gürzenich-Orchester Köln

I. Trauermarsch. In gemessenem Schritt. Streng. Wie ein Kondukt.

II. Stürmisch bewegt. Mit größter Vehemenz.

III. Scherzo. Kräftig, nicht zu schnell.

IV. Adagietto. Sehr langsam.

V. Rondo-Finale. Allegro.

 

Weitere Informationen unter:

www.francoisxavierroth.com

www.guerzenich-orchester.de

www.harmoniamundi.com