Teodor Currentzis: Ost trifft West in Perm

Diaghilev Festival unter künstlerischer Leitung von Teodor Currentzis: 14.-24.06.2018

 

Elf Tage, zehn Locations und über 80 Veranstaltungen: Am 14. Juni startet die zwölfte Ausgabe des international renommierten Diaghilev Festivals im russischen Perm. Bekannt für seinen genre-übergreifenden Charakter bietet das Festival mit Teodor Currentzis als künstlerischem Leiter erneut ein facettenreiches Programm: vom Oratorium über zeitgenössischen Tanz bis hin zum Schlafkonzert. Internationale Gäste sind in diesem Jahr u.a. Romeo Castellucci, Alain Platel, Meredith Monk, Isabel Karajan das deutsche Ensemble Modern; zudem steht eine Produktion von Robert Lepage sowie die Weltpremiere des Klavierzyklus „Bukovina Songs“ auf dem Programm.  

 

„Mit dem Diaghilev Festival wollen wir etwas Neues schaffen“, erklärt Teodor Currentzis. „Das war das Prinzip, dem Sergei Diaghilev folgte – er dachte stets drei bis vier Schritte voraus und kreierte somit Raum für kulturelle Entwicklung.“ Ganz im Sinne des Namensgebers des Festivals hat Currentzis zusammen mit seinem Team auch in diesem Jahr wieder ein Programm zusammengestellt, das sowohl verschiedenste Epochen und Musikstile als auch unterschiedliche Disziplinen vereint.

Eröffnet wird das Festival mit der Aufführung von Arthur Honeggers dramatischem Oratorium „Jeanne d’arc au bûcher“ („Johanna auf dem Scheiterhaufen“). In der Regie von Romeo Castellucci wurde die Produktion 2017 in Lyon uraufgeführt, in Perm wird es zum ersten Mal unter der musikalischen Leitung von Teodor Currentzis zu erleben sein.

Tanzbegeisterte dürfen sich auf die Russland-Premiere des Avantgarde-Balletts „Nicht schlafen“ vom belgischen Choreographen Alain Platel freuen. Platel, der schon 2014 beim Diaghilev Festival mitwirkte, lässt seine Kompagnie ‚les ballets C de la B’ hier zu Kompositionen Mahlers tanzen, welche mit afrikanischer polyphoner Musik kombiniert wird.

Zum „Nicht Schlafen“ rufen auch die Nachtkonzerte des Festivals auf: So laden die vier Pianisten Alexei Lyubimov, Alexander Melnikov, Alexei Zuev und Vyacheslav Poprugin die Festivalbesucher zu einer nächtlichen Piano-Gala ins Diaghilev-Haus ein. Zwischen Holzskulpturen des 18. Jahrhunderts, konzipiert für nur 50 Zuschauer, ist auch die Permer Kunstgallerie – laut Currentzis einer der verblüffendsten Orte der Stadt – Austragungsort einer Reihe von Nachtkonzerten, u.a. mit dem musicAeterna Chor und dem Moscow Contemporary Music Ensemble, einem regulären Gast des Diaghilev Festivals.

Im Gegensatz dazu laden die Sleep Concerts das Publikum regelrecht zum Schlafen ein. Veranstaltungsort ist das Foyer des Ural Hotels, das dem Festival in diesem Jahr erstmals als Spielstätte dient.

Ebenso vielfältig wie seine Formate und Veranstaltungsorte sind die vorgestellten Genres. Zum ersten Mal seit vielen Jahren ist mit dem Konzert des Saxophonisten Zhenya Strigalev in der kommenden Festivalausgabe wieder Jazzmusik programmiert. Das Graindelavoix Ensemble aus Antwerpen, bekannt für ihre ungewöhnlichen Interpretationsansätze, bringt außerdem byzantinische Gesänge und griechische Musik nach Perm, während der türkische Geiger Nedim Nalbantoglu Klänge aus seiner Heimat präsentiert, die durch Improvisationen des musicAeterna Quartetts auf einzigartige Weise ergänzt werden. Das in Frankfurt am Main beheimatete Ensemble Modern wird Werke der zeitgenössischen Komponisten Georg Friedrich Haas und Salvatore Sciarrino vorstellen. Kammermusikalische Konzerte finden sich mehrfach im Festivalprogramm – inklusive einer Weltpremiere: So präsentiert der Pianist Alexei Goribol erstmals den gesamten Klavierzyklus Leonid Desyatnikovs „Bukovina Songs“.

Auch im Bereich Theater und Performance ist es Teodor Currentzis erneut gelungen, derzeit gefragte Künstler zu engagieren, darunter Meredith Monk, die als Pionierin der vokalen Performancekunst gilt, die österreichische Schauspielerin Isabel Karajan, die in dem Stück Miss Death meets Mr. Shostakovich“ zu erleben sein wird, sowie Film- und Theaterregisseur Robert Lepage, dessen Produktion „Needles & Opium“ von der kanadischen Kompagnie ExMachina aufgeführt wird.

Traditionsgemäß wird das Festival mit der Aufführung einer Mahler-Symphonie unter der Leitung von Teodor Currentzis und mit dem Festivalorchester musicAeterna und dem gleichnamigen Chor beschlossen. In diesem Jahr steht Mahlers 4. Symphonie auf dem Programm, die mit Kompositionen aus seiner Kunstliedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“ kombiniert wird.

 

Diaghilev Festival: 14.-24.06.2018

Das gesamte Festivalprogramm finden Sie hier.