Denis Kozhukhin: Zwei Welten vereint

„Leidenschaftlich diesseitig, kraftvoll und ungestüm drängend, zugleich brillant virtuos“ urteilte die Süddeutsche Zeitung über Denis Kozhukhins letzte Aufnahme. Nun hat der Pianist sein drittes Album für das Label PENTATONE eingespielt. Kozhukhin kombiniert darauf Klavierkonzerte von Maurice Ravel und George Gershwin und stellt sowohl die Kontraste als auch die Parallelen der Alten und Neuen Welt heraus.

VÖ: 06.04.2018

 

„Für mich sind diese beiden Meister der Musik wie zwei Magnete, die sich gegenseitig anziehen und gleichzeitig abstoßen“, so beschreibt Denis Kozhukhin die Komponisten Ravel und Gershwin, die im Zentrum seiner neuen Einspielung stehen. „Mit den für dieses Album eingespielten Konzerten möchte ich ihren starken wechselseitigen Einfluss hervorheben, der trotz der geografischen Distanz und kultureller Unterschiede deutlich hörbar ist.“

Beide Komponisten erprobten in den vorliegenden Werken neue Formen und Stile und erweiterten ihr Repertoire. So entfernte Gershwin sich mit seinem Klavierkonzert in F-Dur von den freien Jazzelementen und näherte sich der klassischen Form an. „Daher ist es meiner Meinung nach kein Zufall, dass er sich ausgerechnet Ravel als Mentor wünschte, der stark in der klassischen Musik verwurzelt war“, erklärt Kozhukhin. Ravel lehnte diese Anfrage jedoch mit folgender Begründung ab: „Sie sind ein erstklassiger Gershwin. Warum wollen Sie ein zweitklassiger Ravel werden?“ Diese Aussage zeugt nicht nur von seinem großen Respekt vor Gershwins Schaffen, sondern unterstreicht gleichzeitig Ravels Überzeugung, dass amerikanische Komponisten ihre Individualität beibehalten und nicht die europäische Tradition nachahmen sollen. Dennoch konnte sich auch Ravel selbst nicht vor den Einflüssen der Neuen Welt schützen, wie Kozhukhins Aufnahme seines Klavierkonzerts in G-Dur zeigt. Neben Stilelementen der baskischen Volksmusik sind hier nämlich auch Jazzelemente, mit denen Ravel auf seiner USA-Reise erstmals in Berührung kam, hörbar.

Mit dem Klavierkonzert für die linke Hand wählte Denis Kozhukhin ein zweites Werk von Ravel, welches zwar parallel zum G-Dur-Konzert entstand, aber mit seinem dramatischen, gar bedrohlichen Charakter einen starken Kontrast dazu aufweist. Damit stellt Kozhukhin abermals seine eigene Versatilität unter Beweis und hebt zudem die Bandbreite des Komponisten hervor. Als musikalische Partner stehen ihm dabei das Orchestre de la Suisse Romande, das in der kommenden Saison sein 100-jähriges Jubiläum feiert, und sein Erster Gastdirigent Kazuki Yamada zur Seite, die ebenfalls eine langjährige, fruchtbare Partnerschaft mit PENTATONE verbindet.

 

Biographie

Mit dem Ersten Preis bei der Queen Elizabeth Competition in Brüssel betrat der 23-jährige Denis Kozhukhin 2010 die internationale Bühne. Als Spross einer Musikerfamilie wurde Denis Kozhukhin 1986 im russischen Nizhni Novgorod geboren und bereits mit vier Jahren von seiner Mutter unterrichtet. Als Junge besuchte er die Balakirev School of Music, wo er von Natalia Fish unterrichtet wurde. Von 2000 bis 2007 studierte Kozhukhin an der Reina Sofia School of Music bei Dimitri Bashkirov und Claudio Martinez-Mehner, wo er als Jahrgangsbester abschloss. Weiteren Unterreicht erhielt er an der Piano Academy am Comer See sowie bei Kirill Gerstein in Stuttgart. Kozhukhin hat sich rasch einen ausgezeichneten Ruf erworben und ist bei zahlreichen weltbekannten Festivals und in berühmten Konzerthallen aufgetreten. Recitals gab er im Rahmen der Concertgebouw’s Master Pianists-Reihe, im Wiener Konzerthaus, in der Kölner Philharmonie und in der Wigmore Hall, beim Verbier Festival, Künstler im Auditorium du Louvre in Paris sowie bei der Londoner International Piano Series. Denis Kozhukhin ist bei international führenden Orchestern und Dirigenten sehr gefragt und spielte bereits mit namhaften Klangkörpern wie dem Royal Concertgebouw Orchestra, Chicago Symphony, San Francisco Symphony, Wiener Symphoniker, Philharmonia Orchestra und Philadelphia Orchestra; gemeinsam mit Musikern des West-Eastern Divan Orchestra konzertierte Kozhukhin außerdem unter der Leitung von Daniel Barenboim bei den Salzburger Festspielen und in Buenos Aires. Auch wirkte er im vergangenen Jahr bei der Eröffnung des Berliner Pierre Boulez Saals mit, wo er regelmäßig mit dem Boulez Ensemble auftritt. Internationale Auszeichnungen erhielt er u.a. beim Vendome Prize in Lissabon (2009) sowie der Leeds International Piano Competition (2006). Darüber hinaus ist Denis Kozhukhin ein leidenschaftlicher Kammermusiker zu dessen Pertnern Leonidas Kavakos, Renaud und Gautier Capuçon, Vadim Repin, Jerusalem Quartet, Pavel Haas Quartet, Jörg Widman und Alisa Weilerstein gehören.

 

Maurice Ravel & George Gershwin – Piano Concertos

 

VÖ: 06.04.2018 (PENTATONE)

Denis Kozhukhin, Klavier

Orchestre de la Suisse Romande

Kazuki Yamada, Dirigent

Stephen Jeandheur, Trompete*

 

 

Maurice Ravel (1875 – 1937)

Klavierkonzert in G-Dur (1929 – 1931)

1 Allegramente

2 Adagio assai

3 Presto

 

George Gershwin (1898 – 1937)

Klavierkonzert in F-Dur (1925)

4 Allegro

5 *Adagio – Andante con moto

6 Allegro agitato

 

Maurice Ravel

7 Klavierkonzert für die linke Hand in D-Dur (1929-1930)

 

 

Kommende Konzerttermine in Deutschland und Österreich:

25.03.18 Berlin, Deutsche Oper / Orchester der Deutschen Oper, Michele Mariotti, Martin Wagemann

17.04.18 Bonn, Alanus Hochschule / Recital mit Julian Steckel (Cello)

26.04.18 Berlin, Pierre Boulez Saal / Boulez Ensemble, Daniel Barenboim

02.05.18 Berlin, Philharmonie / Spectrum Concerts Berlin

04.05.18 Hamburg, Laeiszhalle / Symphoniker Hamburg, Elena Bashkirova, Domingo Hindoyan

17./18.05.18 Hannover / NDR Radiophilharmonie, Xian Zhang

 

Weitere Informationen unter:

www.deniskozhukhin.com

www.pentatonemusic.com