Bomsori Kim und Rafał Blechacz: Poesie und Struktur

Das neue Album des polnischen Meisterpianisten Rafał Blechacz und der koreanischen Spitzengeigerin Bomsori Kim, das am 25.1. bei der Deutschen Grammophon erscheint, kombiniert französische und polnische Werke – in Kompositionen von Claude Debussy, Karol Szymanowski, Gabriel Fauré und Frédéric Chopin verbindet sich das strukturbewusste Spiel von Rafał Blechacz mit dem poetischen Musizieren von Bomsori Kim. Die Künstler präsentieren das Repertoire im Frühjahr 2019 auf Konzerten in Südkorea und Europa.

Es war zunächst eine einseitige Begegnung – Rafał Blechacz sah Bomsori Kim im Fernsehen. Auf dem Programm stand der Internationale Henryk-Wieniawski-Violinwettbewerb, einer der wichtigsten Concours für junge Ausnahmegeiger. Für Blechacz stand fest, Bomsori Kim ist eine der Besten. Und er behielt recht – Bomsori Kim wurde ausgezeichnet. 2016 war das, zu einem Zeitpunkt, als der Pianist gerade auf der Suche nach einem Kammermusikpartner für sein nächstes Projekt war. „Ich schickte ihr eine E-Mail“, erinnert er sich, „und glücklicherweise nahm sie meine musikalische Einladung an.“ Die Anfrage überraschte Bomsori Kim, schließlich zählt Blechacz seit seinem sensationellen Sieg beim Internationalen Chopin-Wettbewerb in Warschau 2005 zur Weltelite der Pianisten. Sie verehrte den Musiker, besonders schätzte sie sein Album mit Werken von Claude Debussy und Karol Szymanowski. Diesen Komponisten haben sich die Interpreten auf ihrem Album nun gemeinsam gewidmet, hinzu kommen Werke von Fauré und Chopin. Blechacz’ Spiel fasziniert durch seine strukturelle Klarheit und durch die Fülle an Klangfarben, während Bomsori Kim ihren Sinn für das Lyrische und Rhapsodische in die Musik einbringt.

Faurés Violinsonate Nr. 1 bildet den Auftakt des Albums, sie gehört zu Bomsori Kims Lieblingssonaten: „Es war immer mein Traum, sie mit einem herausragenden Pianisten wie Rafał zusammen zu spielen“, sagt sie. Es ist ein abwechslungsreiches Werk. Mal darf die Geige wie ein Gondoliere ‚singen‘, mal dröhnt sie – das Finale sei von „fast barbarischer Gewalt“, gleich einer „Zigeuner-Improvisation“, urteilte einst ein Zeitgenosse Faurés. In dem 1877 entstandenen Werk lassen sich noch Einflüsse von Robert Schumann und Hector Berlioz erkennen, zugleich weist es den Weg zu den zart-impressionistischen Klangwelten von Claude Debussy. Debussys Sonate für Violine und Klavier in g-Moll, das zweite Werk des Albums, ist eine der letzten wichtigen Arbeiten des Franzosen. Trotz ihrer Kürze ist sie eine vielschichtige Komposition, bisweilen erinnert sie an Brahms, aber es finden sich auch Anklänge an spanische und ungarische Musik darin.

Karol Szymanowski ist ein Komponist, mit dem sich Blechacz seit Jahren beschäftigt, seine Deutsche-Grammophon-Aufnahme der Klaviersonate op.8 wurde von der internationalen Kritik gefeiert. Auch die Violinsonate, die Szymanowski 1904 im Alter von nur 22 Jahren schrieb, hat Blechacz oft gespielt: „In dem Stück stecken so viele Emotionen und eine Fülle von Charakteren“, sagt er.

Als Abschluss fügen die beiden Musiker dem Album noch eine Komposition hinzu, die man eigentlich als reines Klavierstück kennt: Frédéric Chopins cis-Moll-Nocturne. Jedoch gibt es eine Bearbeitung des großen Geigers Nathan Milstein für Violine und Klavier. Damit konnte sich Bomsori Kim einen weiteren Traum erfüllen, wollte sie doch immer mal Chopins Musik auf der Geige spielen.

 

Über Bomsori Kim

Mit der erfolgreichen Teilnahme an zahlreichen internationalen Wettbewerben hat Bomsori Kim sich in den letzten Jahren einen Namen als vielversprechende Nachwuchskünstlerin gemacht. So zog die südkoreanische Geigerin 2010 erstmals internationale Aufmerksamkeit auf sich, als sie bei der Sendai International Music Competition nicht nur den Publikumspreis gewann, sondern auch als jüngste Preisträgerin in der Geschichte des Wettbewerbs ausgezeichnet wurde. Die Liste der Preisgewinne, die darauf folgten, ist beeindruckend, darunter der 2. Platz beim Internationalen ARD-Musikwettbewerb (2013) und der 5. Platz beim Tschaikowsky-Wettbewerb (2015). Diese Erfolge eröffneten Bomsori Konzertdebüts auf der ganzen Welt, u.a. im Wiener Musikverein, im Konzertsaal des Seoul Arts Center, im Prinzregententheater in München, in der Berliner Philharmonie sowie in der Carnegie Hall in New York, wo sie 2017 erstmals auftrat.

Bomsori spielt eine Violine von Joannes Baptista Guadagnini aus dem Jahr 1774.

 

Über Rafał Blechacz

Im Jahr 2005 gewann Rafał Blechacz den 15. Internationalen Chopin-Wettbewerb in Warschau – seither begeistert er rund um den Globus Zuhörer und Kritiker. 2006 schloss er einen Exklusivvertrag mit der Deutschen Grammophon ab und bracht 2007 sein Solodebüt heraus. Das BBC Music Magazine urteilte daraufhin, Blechacz sei „ein Pianist der Superlative und ein noch besserer Musiker“, auch gewann die Veröffentlichung den Echo Klassik und den Diapason d’Or Award.

Seitdem festigte er seinen Ruf als einer der besten Chopin-Interpreten seiner Generation und gewann mit Veröffentlichungen von Werken seines Landsmannes neben dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik auch zwei Mal den Fryderik, den größten polnischen Musikpreis. Über die Jahre wurde Rafał Blechacz zudem unter anderem mit dem Premio Internazionale Accademia Chigiana und dem Gilmore Artist Award ausgezeichnet. Neben Chopin gehören auch Bach, Beethoven, Brahms, Debussy Liszt, Mozart, Schumann und Szymanowski zu seinem bevorzugten Repertoire.

2016 pausierte Rafał Blechacz seine Pianistenkarriere für ein Jahr, um an der Universität von Toruń in Polen in Philosophie zu promovieren. In seiner Doktorarbeit erforschte er Aspekte der Metaphysik und der Ästhetik der Musik.

Rafał Blechacz und Bomsori Kim: Debussy / Fauré / Szymanowski / Chopin

VÖ 25.01.2019, Deutsche Grammophon

 

Rafał Blechacz und Bomsori Kim on Tour:

21.02.2019       Ulsan, Korea

22.02.2019       Daegu, Korea

23.02.2019       Seoul, Korea

31.03.2019       Heidelberger Frühling

14.04.2019       Kattowitz, Polen

25.04.2019       Danzig, Polen

29.05.2019       Krakau, Polen

30.05.2019       Breslau, Polen

 

Einzeltermine:

17.01.2019       Bonn, Rafał Blechacz

30.01.2019       Münster, Bomsori Kim

01.02.2019       Münster, Bomsori Kim

11.03.2019       Düsseldorf, Rafał Blechacz

17.03.2019       Wien, Rafał Blechacz

22.03.2019       Regensburg, Rafał Blechacz

02.04.2019       Frankfurt, Rafał Blechacz

04.04.2019       Ludwigsburg, Rafał Blechacz

05.04.2019       Wien, Bomsori Kim

06.04.2019       Bregenz, Rafał Blechacz

07.04.2019       München, Rafał Blechacz

09.04.2019       Hamburg, Rafał Blechacz

17.05.2019       Berlin, Rafał Blechacz

 

Weitere Informationen unter

www.blechacz.net

www.bomsorikim.com