Francesco Piemontesi: Voyage, Voyage

„[Francesco Piemontesi] entführt seine Hörer in eine Wunderwelt, in der alles neu und nie gehört erscheint, ohne dass irgendetwas erzwungen oder berechnet wirkt. [Er] nimmt die Zuhörer mit auf seine eigene Entdeckungsreise […]”

So beschrieb die Berliner Zeitung das Spiel des Pianisten Francesco Piemontesi. Und so scheint es nur allzu passend, dass der 1983 geborene Schweizer für seine jüngsten Veröffentlichungen ein Projekt wählte, bei dem sich alles um das Thema des Reisens dreht: die Années de Pèlerinage von Franz Liszt. Im Jahr 2018 veröffentlichte Piemontesi auf Orfeo den ersten Teil des Zyklus mit Liszts Impressionen aus der Schweiz – und überzeugte Publikum und Kritiker: „[Piemontesi] formt aus Almquellenrieseln und der Sturmgewalt des Hochgebirges einen fesselnden Bilderbogen“, urteilte beispielsweise der Spiegel.

Im Mai 2019 erschien nun der zweite Teil des Projekts, in dem Komponist und Solist sich gemeinsam nach Italien begeben. Piemontesi selbst sagt über die Werke: „Was ist das für eine Pilgerreise? Liszt der Europäer, mit ungarischer Abstammung, im ganzen Kontinent zu Hause, polyglott, Botschafter für eine moderne Vision von Europa pilgert nach Italien und findet dort die Wurzeln seiner geliebten Europäischen Kultur. Musikalisch ist dies der echteste und persönlichste Liszt den es gibt, uneitel, ehrlich.“ Auf den mehrsprachig aufgewachsenen Piemontesi, den seine steile Solistenkarriere und sein einzigartig tiefgründiger pianistischer Ansatz von den BBC Proms über die Hollywood Bowl bis hin zur NHK Hall in Tokyo an einige der renommiertesten Konzertsäle der Welt führt, scheint diese Beschreibung ebenso zu passen.

Piemontesis eigene Reisepläne führen ihn dieses Jahr nach Salzburg zu den Festspielen, bei denen er am 10. und 11. August in der Mozart-Matinee zu hören sein wird. Im September findet zudem erneut die Settimane Musicali Ascona statt. Seit nunmehr sechs Jahren ist Franceso Piemontesi Künstlerischer Leiter des schweizerischen Traditionsfestivals, bei dem auch 2019 wieder Größen wie Martha Argerich, Charles Dutoit und Pierre-Laurent Aimard zu Gast sein werden.

Im Herbst und Winter sind dann alle Weichen auf Schubert gestellt: In einem auf Pentatone erscheinenden Zyklus mit den Sonaten 958 bis 960 widmet sich Francesco Piemontesi einem echten Herzensprojekt. „Schuberts Musik ist Musik des Lebens,“ so Piemontesi. „Sie hat mich schon seit dem Anfang begleitet. Ich komme immer wieder zu ihr zurück und kann gar nicht anders, als immer wieder Schubert zu spielen. Diese drei Sonaten sind vielleicht das existentiellste was es im Klavierrepertoire gibt. Sie sind so voll von Schönheit, von Leben, Tod, Trauer, Menschlichkeit und gehören zum Persönlichsten, was ein Komponist jemals geschaffen hat.“

Schubert-Expertise wird häufig reiferen Pianisten – wie Piemontesis Lehrer Alfred Brendel – zugeschrieben. Dass er trotz seiner jungen Jahre die nötige Tiefe und Reflexionsgabe besitzt, um diese Musik voll auskosten zu können, wird Francesco Piemontesi auch live unter Beweis stellen: mit einem über mehrere Saisons angelegten Zyklus bei der Schubertiade, der sich bis in die Londoner Wigmore Hall erstreckt.

Kommende Termine

05.07.19            Joliette, Kanada
09.07.19            Sainte-Mélanie, Kanada
15.07.19            Toblach, USA
03.08.19            Cleveland, USA
19./11.08.19       Salzburger Festspiele
18.08.19            Kopenhagen
26.08.19            Gstaad Menuhin Festival
28.08.19            Schubertiade Schwarzenberg
13.09.19            Aarhus, Dänemark
26.09.19            Schaffhausen, Schweiz
27.09.19            Settimane Musicali Ascona, Schweiz
28.08.19            La Chaux-de-Fonds, Schweiz
07.10.19            Schubertiade Hohenems
22.10.19            Cannes, Frankreich
24.–26.10.19     Indianapolis, USA
03.11.19            London, UK