Gustavo Gimeno und das OPL: Ein Reichtum an Klangfarben

VÖ am 12.06.2020 bei PENTATONE

Gustavo Gimeno und das Orchestre Philharmonique du Luxembourg widmen sich auf ihrer neuen PENTATONE-Einspielung dem französischen Komponisten César Franck.

 

César Franck zählt zu den ungewöhnlichsten und innovativsten Komponisten des 19. Jahrhunderts. Seine Kompositionskunst, die sich durch reiche Klangfarben und spätromantische, mitunter kühne Harmonik ausgezeichnet, wurde von vielen Zeitgenossen als zu eigenwillig und kompliziert wahrgenommen. Zu Unrecht, wie die hohe Popularität seiner Werke nach seinem Tod zeigt. Gustavo Gimeno und sein Orchestre Philharmonique du Luxembourg bereiten der hochexpressiven Musik nun mit ihrer Einspielung bei PENTATONE eine angemessene Bühne. Sie setzen damit ihre gefeierte Komponistenporträtserie fort, in der bereits viel beachtete Monographien von Schostakowitsch, Bruckner, Ravel, Mahler, Strawinsky, Debussy und Rossini erschienen sind. Das Album, das am 12. Juni 2020 bei PENTATONE veröffentlicht wird, enthält die berühmte Sinfonie in d-Moll sowie die weniger bekannten Symphonischen Variationen für Klavier und Orchester. Mit farbenreichem Klang und Liebe zum Detail legen Gimeno und das OPL ihren Fokus damit auf zwei Spätwerke des französischen Komponisten. Denis Kozhukhin steht ihnen dabei als Solist und musikalischer Partner zur Seite.

 

Eine französische Rarität

Die in höchstem Maße außergewöhnliche Sinfonie in d-Moll sollte das einzige Werk bleiben, das Franck für diese Gattung schrieb. Statt der üblichen vier Sätze schuf er ein dreisätziges Werk, in dem er seiner Experimentierfreude freien Lauf ließ und weder vor mutigen Tonartwechseln noch ungewöhnlicher Instrumentierung zurückschreckte so wird der zweite Satz mit einer Englischhornmelodie eröffnet, die inzwischen zu einer der berühmtesten Passagen für dieses Instrument zählt. Beim Publikum der Uraufführung 1889 stießen diese Abweichungen vom Gewohnten jedoch auf Unverständnis: “Das soll eine Sinfonie sein? Hat man je gehört, dass in einer Sinfonie ein Englisch-Horn vorkommt?” sagte ein Professorenkollege Francks. Gustavo Gimeno hingegen ist von dem Werk fasziniert: “Die d-Moll-Sinfonie ist mit ihrer romantisch-sinfonischen Form und Francks ‘französischer’ Innovation – der Instrumentierung und Verwendung der zyklischen Form zum Beispiel – eine Rarität, die ich unglaublich schätze und sehr gerne aufführe.”

Synthese zweier Gattungen

Eine gänzlich neuartige Form schuf Franck auch in seinen Symphonischen Variationen für Klavier und Orchester, in denen er die zwei Gattungen des Klavierkonzertes und der symphonischen Dichtung aufeinandertreffen lässt. Im Gegensatz zu seiner Sinfonie kamen die Variationen aber trotz ihrer ungewöhnlichen Form bei der Uraufführung 1886 gut an: die Zustimmung von Publikum und Presse war einhellig. Die akribische Ausarbeitung des motivischen Materials sowie den groß angelegten Zusammenhalt des Werkes macht Gustavo Gimeno gemeinsam mit Solist Denis Kozhukhin und dem Orchestre Philharmonique du Luxembourg hörbar und verdeutlicht gleichzeitig, warum das Wort “symphonisch” im Werktitel seine Berechtigung hat.

VÖ am 12. Juni 2020 bei PENTATONE

Gustavo Gimeno, Dirigent

Denis Kozhukhin, Klavier

Orchestre Philharmonique du Luxembourg

César Franck

Sinfonie in d-Moll

Symphonische Variationen für Klavier und Orchester

 

Foto © Marco Borggreve