Jan Lisiecki: Beethoven-Zyklus im Konzerthaus Berlin

Bei drei Konzerten mit der Academy of St Martin in the Fields – am 2., 4. und 6. Dezember – ersetzt der junge Pianist den erkrankten Murray Perahia.

Ein Beethovenzyklus gilt unter Pianisten als besondere Bewährungsprobe – eine Herausforderung, der sich im Dezember im Berliner Konzerthaus nun nicht wie geplant Murray Perahia stellen wird, sondern sein junger, hoch talentierter Kollege Jan Lisiecki. Perahias Segen hat der aufstrebende und preisgekrönte Musiker bereits: „Ich wünsche [der Academy of St Martin in the Fields] erfolgreiche Konzerte mit Jan Lisiecki, der ein bemerkenswerter junger Pianist ist und mit Sicherheit eine wundervolle Beethoven-Interpretation zu Gehör bringen wird“, so der aus Krankheitsgründen unpässliche Perahia.

Jan Lisiecki blickt mit Respekt und Vorfreude auf den Zyklus: „Wenn man sich Beethoven–Konzerte wie Romane vorstellt, so eröffnet jedes einzelne eine tiefgreifende spirituelle Reise. Im Ganzen aufgeführt wirft diese richtungsweisende Werksammlung ein völlig neues Licht auf das Ausmaß von Beethovens Genialität. Ich freue mich sehr darauf, die Konzerte mit der Academy zu präsentieren, deren Musiker ein profundes Wissen über diese Partituren sowie jahrzehntelange Erfahrung im ‚Lesen‘ dieser Sammlung mitbringen“. Zurückliegende Beethoven-Aufführungen Lisieckis ernteten großen Zuspruch. Die Frankfurter Allgemeine zeigte sich nach Beethoven-Konzerten beim Rheingau Musik Festival beeindruckt von seinem leidenschaftlichen Spiel und seinem Selbstbewusstsein, der Wiesbadener Kurier titelte „Eleganz trifft Energie“ und lobte Lisieckis Bereitschaft, in jedem Moment „den poetischen Gehalt eines Augenblicks für den Hörer […] zu entdecken“. Auch kurzfristige Herausforderungen sind nichts Neues für den Pianisten, der bereits 2013, mit nur 18 Jahren, für Martha Argerich einsprang. Wie passend, brachte doch Argerich selbst ihre Karriere als Einspringerin so richtig in Fahrt.

Über Jan Lisiecki

„Jan Lisiecki. Remember the name.“ (Financial Times)

Dank seiner einfühlsamen Interpretationen und brillanten Technik gehört der kanadisch-polnische Jan Lisiecki zu den gefragtesten jungen Pianisten unserer Zeit. Nicht umsonst nannte ihn die New York Times „einen Pianisten, der jeder Note Bedeutung verleiht“. Trotz seines jungen Alters kann der 23-Jährige zahlreiche hochkarätige Auszeichnungen vorweisen, unter ihnen der ECHO Klassik sowie der JUNO Award, die wichtigste Ehrung der kanadischen Musikindustrie. Lisiecki, der Exklusivkünstler bei der Deutschen Grammophon ist, tritt mit den weltweit renommiertesten Orchestern auf internationalen Bühnen auf und hat bereits eng mit berühmten Dirigenten wie Sir Antonio Pappano, Yannick Nézet-Séguin, Daniel Harding, und Claudio Abbado zusammengearbeitet. Zu den Höhepunkten der letzten Zeit zählen Rezitaltourneen durch Europa und Asien sowie Abonnementkonzerte mit dem Boston Symphony Orchestra, Pittsburgh Symphony Orchestra, den Wiener Symphonikern und der Sächsischen Staatskapelle Dresden.

Über Beethovens Klavierkonzerte

Wer im Wien des späten 18. Jahrhunderts auf Ludwig van Beethoven treffen wollte, wurde nicht selten hinter den Konzertflügeln der Stadt fündig – seinen Lebensunterhalt verdiente der erst kürzlich Zugezogene nicht zuletzt als gefeierter Pianist. Es ist also nicht verwunderlich, dass der junge Musiker für sein erstes größeres Orchesterwerk ein Klavierkonzert wählte. Beethovens fünf Klavierkonzerte entstanden zwischen 1790 und 1809 und geben einen Einblick in seine persönliche Entwicklung als Komponist sowie in seine musikalische Innovationskraft. Orientierte er sich bei den früheren Klavierkonzerten noch stärker an seinen Vorbildern aus der Wiener Klassik, so brachte er in den späteren frischen Wind in die Gattung, indem er die Form des sinfonischen Klavierkonzerts vorantrieb und auch Neuerungen im Klavierbau beim Komponieren berücksichtigte.

Zyklus im Konzerthaus Berlin

An drei Abenden im Dezember spielen Jan Lisiecki, die Academy of St Martin in the Fields und der Violinist Tomo Keller alle fünf Klavierkonzerte sowie ausgewählte weitere Werke von Beethoven.

2. Dezember 2018
Ludwig van Beethoven
Ouvertüre zum Ballett „Die Geschöpfe des Prometheus“ C-Dur
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 C-Dur
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 c-Moll

4. Dezember 2018
Ludwig van Beethoven
Ouvertüre zu Collins Trauerspiel „Coriolan“ c-Moll
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G-Dur

6. Dezember 2018
Ludwig van Beethoven
Romanze für Violine und Orchester G-Dur
Sinfonie Nr. 2 D-Dur
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 Es-Dur

Eine Veranstaltung des Konzerthauses Berlin in Kooperation mit der
Konzertdirektion Dr. Rudolf Goette

Ticketinformationen auf www.konzerthaus.de