Benjamin Bernheims Werther kommt nach Hause

Die Deutsche Grammophon veröffentlicht am 20. November 2026 den Pariser Live-Mitschnitt von Massenets „Werther“ mit Benjamin Bernheim in der Titelrolle, Marina Viotti als Charlotte und Les Siècles unter Marc Leroy-Calatayud. Die Aufnahme enthält erstmals eine Gesangspassage im Finale, die Massenet später gestrichen hatte. Am 29. Juli und am 1. August singt Bernheim die Partie konzertant bei den Salzburger Festspielen.

„Man muss Benjamin Bernheims Werther einmal im Leben gehört haben“, schrieb Le Monde im Frühjahr 2025 nach den Pariser Aufführungen im Théâtre des Champs-Élysées. Nun kann man das auch zu Hause: Am 20. November veröffentlicht die Deutsche Grammophon Jules Massenets Werther mit Benjamin Bernheim in der Titelrolle. Die Live-Aufnahme entstand am 3. April 2025. Téléramanannte Bernheim in der Inszenierung „umwerfend als Werther“. Diapason schrieb: „Die vollkommene Beherrschung der Stimme legt die Psyche bis in den letzten Winkel bloß.“

Nun ist Werther wieder dran. Bernheim singt die Partie konzertant im Großen Festspielhaus bei den Salzburger Festspielen – und noch einmal am 1. August. Adèle Charvet ist Charlotte, Alain Altinoglu dirigiert das Orchester des BrüsselerThéâtre Royal de la Monnaie.

Eine Partie, die bleibt
Benjamin Bernheim gab sein Rollendebüt als Werther 2022 in Bordeaux. Zwei Jahre später kehrte Bernheim am Opernhaus Zürich in der Inszenierung von Tatjana Gürbaca zu der Partie zurück, im Juni 2024 folgte die Mailänder Scala. Christof Loys dort entstandene Neuproduktion kam im Frühjahr 2025 nach Paris. Hier wurde das Album aufgenommen. Es hält also einen bestimmten Moment in Bernheims Werther-Biografie fest. Ein Endpunkt ist es nicht: Im Februar 2027 singt er den Werther in der neuen Produktion von Robert Carsen an der Opéra Bastille.

Benjamin Bernheim sagt: „Seit meinem Rollendebüt komme ich immer wieder zu Werther zurück. Heute singe ich manches anders als damals. Der Werther und ich, wir entwickeln uns gemeinsam. Die Partie gehört längst zu meinem Kernrepertoire – vielleicht ist sie sogar eine Lebensrolle.“

Worum es geht
Wer das Stück nicht kennt: Die Lage ist schnell erklärt. Der junge Dichter Werther verliebt sich in Charlotte. Sie erwidert seine Gefühle, ist aber Albert versprochen. An dieses Versprechen hält sie sich. Werther kann es nicht akzeptieren. Für einen lyrischen Tenor ist die Titelpartie eine Schlüsselrolle. Die Schwierigkeit liegt nicht nur in der Höhe, vieles spielt sich in der Halbstimme, der mezza voce, ab – Diapasonhob hervor, wie genau Benjamin Bernheim Bedeutung und Gewicht jedes Wortes hörbar macht.

Überraschend: Worte zum Schluss
Eine Besonderheit der Veröffentlichung steckt im Finale. Während des letzten Kusses von Werther und Charlotte hört man heute gewöhnlich ausschließlich das Orchester. Massenet hatte diese Passage zunächst für beide Figuren komponiert. Den Gesang strich er jedoch später wieder. Auf dem neuen Album ist die ursprüngliche Fassung dieser Passage erstmals aufgenommen. Werther und Charlotte bekommen ihre Worte zurück.

Neben Benjamin Bernheim singt Marina Viotti die Charlotte, Jean-Sébastien Bou übernimmt Albert, Sandra Hamaoui Sophie. Es spielen Les Siècles unter Marc Leroy-Calatayud.

CD-Veröffentlichung
am 20. November 2026
bei der Deutschen Grammophon

Jules Massenet
Werther

Les Siècles
Marc Leroy-Calatayud, Dirigent

Mit: Benjamin Bernheim (Werther), Marina Viotti (Charlotte), Jean-Sébastien Bou (Albert), Sandra Hamaoui (Sophie), u.a.

 

Foto: Jan Friese/ Salzburger Festspiele 2026

 

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