Griechische Nationaloper

Die Griechische Nationaloper bringt Luigi Cherubinis Medea in einer Neuinterpretation der ikonischen Inszenierung von 1961 zurück auf die Bühne des antiken Theaters von Epidaurus

Im Sommer 1961 schrieb Maria Callas Operngeschichte als sie der Einladung des Grün-dungsdirektors der Griechischen Nationaloper (GNO), Costis Bastias, folgte, im antiken Theater von Epidaurus Cherubinis Medea in der gefeierten Inszenierung von Alexis Minotis zu singen. 65 Jahre später präsentiert die GNO nun eine Neuinterpretation dieser histori-schen Inszenierung der Medea – unter der Regie von Panaghis Pagoulatos, mit Kostümen von Tota Pritsa und einem Bühnenbild von Lili Pezanou. Auf Grundlage von überlieferten Re-giebüchern, Fotografien sowie Kostüm- und Bühnenbild-Entwürfen entsteht der Versuch einer Reproduktion und zeitgenössischen Relektüre. Im Rahmen des Athens Epidaurus Fes-tivals wird die neue Produktion einmalig am 20. Juni 2026 im antiken Theater von Epidaurus aufgeführt.

Nach der Schließung des Odeons des Herodes Atticus aufgrund von Restaurierungsarbeiten setzt die Griechische Nationaloper ihre Sommertradition erstmals im 21. Jahrhundert im antiken Theater von Epidaurus fort – jenem Ort, der in der Antike als Kurort diente und dessen Theateraufführungen Teil eines umfassenden Erholungs- und Heilkonzepts waren.. Im Kontext des thematischen Schwerpunkts der Spielzeit 2025/26 „Die Oper der Zukunft aus dem Erbe der Vergangenheit“, zeigt die GNO in der monumentalen Kulisse des antiken Amphitheaters eine Reproduktion der historischen Medea-Inszenierung von 1961 und bringt mit zeitgenössischen Mitteln eine neu gedachte Fassung auf die Bühne. Mit dem Ziel, dem heutigen Publikum, eine Gelegenheit zu geben, diesen Schlüsselmoment der griechischen Operngeschichte nach zu empfinden, hat der künstlerische Leiter GNO ein neues Kreativteam zusammengestellt: Panaghis Pagoulatos (Regie), Lili Pezanou (Bühnenbild), Tota Pritsa (Kostüme) und Christos Tziogkas (Licht) rekonstruierten die Produktion mithilfe von Archivmaterial.

Die Titelrolle übernimmt die italienische Sopranistin Anna Pirozzi. An ihrer Seite singen Jean-François Borras als Iason, Tassis Christoyannis als Kreon, Alisa Kolosova als Neris und Danae Kontora als Glauke.

Die historische Inszenierung der Medea von Alexis Minotis

Luigi Cherubinis Medea zählt zu jenen Opern, die Maria Callas wieder ins Bewusstsein des 20. Jahrhunderts rückte. 1953 gab die Sopranistin ihr Debüt in der Rolle der Medea in Florenz. Als die Oper in Dallas sie 1958 mit einer neuen Medea-Produktion beauftragte, bestand Callas darauf, dass Alexis Minotis – wie kaum ein anderer mit der antiken griechischen Tragödie verbunden – die Regie übernahm. Als Bühnen- und Kostümbildner schlug Minotis den rgriechischen Maler Yannis Tsarouchis vor. Die Premiere in Dallas wurde ein überwältigender Erfolg. Kritiken sprachen von einer „übernatürlichen und zugleich zutiefst menschlichen Callas“, von der „verjüngenden Frische von Minotis’ Inszenierung“ sowie von den „130 einzigartigen Kostümen von Tsarouchis, gefertigt in Griechenland“. 1959 wurde Medea mit demselben Kreativteam am Royal Opera House in London aufgeführt, bevor die Produktion am 6. und 13. August 1961 im antiken Theater von Epidaurus gezeigt wurde.

Für den offenen Raum von Epidaurus überarbeitete Minotis die Regie grundlegend. Er wollte – wie er selbst sagte – „die Funktion des Mythos nach dem antiken Vorbild so weit wie möglich wiedergewinnen, ohne dabei die Musik des berühmten Komponisten auch nur im Geringsten zu vernachlässigen“. Gleichzeitig passte Tsarouchis das Bühnenbild an und entwarf neue Kostüme für insgesamt 250 Mitwirkende auf der Bühne. Die Aufführungen in Epidaurus standen unter der musikalischen Leitung von Nicola Rescigno. Neben Callas traten Giuseppe Modesti, Soula Glantzi, Jon Vickers, Kiki Morfoniou, Yorgos Zakkas, Angeliki Drakopoulou und Anna Maragaki auf. Der Zyklus dieser legendären Produktion fand 1962 an der Mailänder Scala seinen Abschluss, wo das Publikum nicht nur Maria Callas, sondern dem gesamten Produktionsteam stehende Ovationen bereitete.

Medea
Luigi Cherubini
20. Juni 2026 (Beginn 21.00 Uhr)
Antikes Theater von Epidaurus
Im Rahmen des Athens Epidaurus Festival

 

Historische Produktion von 1961:
Regie: Alexis Minotis
Bühnenbild, Kostüme: Yannis Tsarouchis
Choreografie: Maria Hors

Neuinterpretation der historischen Produktion von 1961:
Künstlerische Leitung: Giorgos Koumendakis
Dirigent: tba
Regie: Panaghis Pagoulatos
Bühnenbild: Lili Pezanou
Kostüme: Tota Pritsa
Licht: Christos Tziogkas
Chorleitung: Agathangelos Georgakatos

Medea: Anna Pirozzi
Glauke: Danae Kontora
Neris: Alisa Kolosova
Giasone: Jean-François Borras
Kreon: Tassis Christoyannis
Mit den Solist:innen, dem Orchester und dem Chor der Griechischen Nationaloper

Der Vorverkauf beginnt am 2. Februar 2026

Die Griechische Nationaloper wird vom Griechischen Ministerium für Kultur gefördert.
Hauptsponsor: PPC
Hauptsponsor der GNO: Stavros Niarchos Foundation (SNF)

 

Foto: Chris Giatrakos

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