Ein Höhepunkt des Athener Kultursommers: Puccinis „Turandot“ im Odeon des Herodes Atticus
Mit einer spektakulären Neuproduktion von Giacomo Puccinis Turandot eröffnet die Griechische Nationaloper ihr diesjähriges Sommerprogramm auf der historischen Bühne des Odeon des Herodes Atticus. Fast 100 Jahre nach der Entstehung des Werkes bringt Regisseur Andrei Șerban gemeinsam mit der renommierten Bühnen- und Kostümbildnerin Chloe Obolensky eine eindrucksvolle Neuinterpretation des Opernklassikers zur Aufführung. Unter der musikalischen Leitung von Pier Giorgio Morandi teilen sich zwei herausragende dramatische Sopranistinnen unserer Zeit – Lise Lindstrom und Catherine Foster – die anspruchsvolle Titelpartie. Beide Sängerinnen, gefeiert für ihre Auftritte bei den Bayreuther Festspielen, gelten international als Idealbesetzung für die Rolle der Turandot. In der Partie des Calaf sind mit Brian Jagde und Riccardo Massi ebenfalls zwei international gefragte Tenöre zu erleben.

Für die Neuinszenierung von Turandot – 17 Jahre nach der letzten Aufführung in Griechenland – arbeitet die GNO mit hochkarätigen und weltweit anerkannten Künstlern zusammen.
Andrei Şerban Ist bekannt für seine originellen und oft unkonventionellen Inszenierungen und genießt dafür international große Anerkennung. Nach seiner Tätigkeit als Assistent des legendären britischen Regisseurs Peter Brook, wurde er mit seiner Inszenierung einer griechischen Trilogie – Elektra, Medea und Die Troyanneriennen – international bekannt. Diese Stücke wurden in altgriechischer Sprache vom New Yorker Theaterkollektiv La MaMa aufgeführt. Seine Turandot-Produktion für das Royal Opera House London aus dem Jahr 1984 gehört bis heute zum festen Repertoire in Covent Garden – seit über vier Jahrzehnten. Weitere gefeierte Inszenierungen wie Lucia di Lammermoor in Paris oder Werther in Wien festigten seinen internationalen Ruf.
Für Bühnenbild und Kostüme ist die international anerkannte griechische Bühnenbildnerin Chloe Obolensky verantwortlich – es ist ihre erste Zusammenarbeit mit der Griechischen Nationaloper. Obolensky hat mit zahlreichen renommierten Regisseur:innen gearbeitet, darunter Peter Brook, Franco Zeffirelli, Deborah Warner, Fiona Shaw, Abbas Kiarostami und Lefteris Vogiatzis. Nach ihrem Studium in London und Paris begann sie ihre Karriere als Assistentin von Lila De Nobili und Yannis Tsarouchis. Ihre Laufbahn führte sie an bedeutende Bühnen weltweit: von den Salzburger Festspielen und der Opéra de Paris über die Metropolitan Opera in New York bis hin zu La Scala in Mailand und der English National Opera. Besonders prägend war ihre 25-jährige Zusammenarbeit mit Peter Brook, bei der unter anderem Der Kirschgarten, Carmen und das legendäre Mahabharata entstanden.
Um Turandots Geschichte zu erzählen, haben Chloe Obolensky und Andrei Şerban gemeinsam mit ihrem Team eine neue Bühnenkonzeption für das Odeon des Herodes Atticus entwickelt. Sie spüren den Parallelen zwischen den antiken Kulturen Chinas und Griechenlands nach – und setzten dies in Bühnenbild, Kostümen, Regie und Choreografie um. Der natürliche Raum des antiken Theaters wird so in eine mythische Welt des kaiserlichen China verwandelt – mit Dutzenden aufwendig gestalteten Kostümen und handgefertigten Masken, ohne dabei auf stereotype Darstellungen zurückzugreifen. „Statt eines weiteren vergoldeten ‚chinesischen‘ Palastes wollte ich die Erinnerung an eine Landschaft vor den Toren einer alten Stadt hervorrufen.“, erklärt Chloe Obolensky. So entsteht im einzigartigen Ambiente des Odeon des Herodes Atticus ein immersives Seh- und Hörerlebnis, das die gewohnte Trennung zwischen Bühne und Publikum aufhebt – und eine intimes, eindrucksvolles Opernerlebnis schafft.
Für die Dramaturgie ist Daniela Violeta Dima verantwortlich. Die Choreografie und szenische Bewegung stammen von Kate Flatt, unterstützt von Georgia Tegou als Bewegungscoach. Das Lichtdesign wurde von Jean Kalman und Simon Trottet gestaltet.
Die musikalische Leitung übernimmt der italienische Dirigent Pier Giorgio Morandi, der nach seinem erfolgreichen Dirigat von La traviata im Sommer 2024 erneut zur Griechischen Nationaloper zurückkehrt. Morandi ist ein Spezialist für das italienische Opernrepertoire und hat bei zahlreichen Aufführungen an einigen der renommiertesten Opernhäuser und Festivals weltweit mitgewirkt – darunter das Opernhaus in Rom, die Mailänder Scala, die Opéra national de Paris, La Monnaie in Brüssel, die Metropolitan Opera in New York, das Teatro di San Carlo in Neapel und die Wiener Staatsoper.
Die Titelrolle der Turandot teilen sich zwei der bedeutendsten dramatischen Sopranistinnen unserer Zeit: die amerikanische Sopranistin Lise Lindstrom und die britische Sopranistin Catherine Foster.
Lise Lindstrom kehrt fast 15 Jahre nach ihrem gefeierten Auftritt in Wagners Tannhäuser an die Griechische Nationaloper zurück. Mit ihrer stimmlichen Präsenz, ihrer außergewöhnlichen Bühnenausstrahlung und einem breit gefächerten Repertoire – von Turandot über Seda und Elektra bis hin zu Brünnhilde – eroberte sie die bedeutendsten Opernhäuser der Welt: darunter die Metropolitan Opera in New York, die San Francisco Opera, das Royal Opera House in London (Covent Garden), La Scala in Mailand, die Bayerische Staatsoper in München, die Deutsche Oper Berlin und die Arena di Verona.
Die renommierte dramatische Sopranistin Catherine Foster kehrt nur ein Jahr nach ihrem fulminanten Debüt bei der Griechischen Nationaloper zurück, das sie in der Saison 2023/24 bei der Callas-Gala und in Die Walküre feierte. Als Turandot war sie bereits an vielen der bedeutendsten Opernhäuser weltweit zu erleben – unter anderem 2023 bei ihrem Debüt in Andrei Şerbans legendärer Turandot-Produktion am Londoner Covent Garden. Als eine der führenden Interpretinnen der Brünnhilde unserer Zeit brilliert sie zudem in großen dramatischen Partien wie Elektra, Turandot und Isolde – mit gefeierten Auftritten u. a. in Barcelona, Madrid, Bologna, Amsterdam, Washington und Budapest. In den vergangenen zehn Jahren zählte sie zu den prägenden Sängerpersönlichkeiten bei den Bayreuther Festspielen.
Die Rolle des Calaf wird von zwei ebenfalls international gefragten Tenören interpretiert: Brian Jagde und Riccardo Massi.
Der amerikanische Tenor Brian Jagde springt kurzfristig für den Armenier Arsen Soghomonyan ein und gibt damit sein Debüt an der Griechischen Nationaloper. Er ist regelmäßig auf den Bühnen führender Opernhäuser wie der Metropolitan Opera in New York, der Wiener Staatsoper, der Deutschen Oper Berlin, dem Royal Opera House in London und der Mailänder Scala zu sehen. Zu seinem Rollenrepertoire zählen etwa Cavaradossi in Tosca, Don José in Carmen sowie Don Alvaro in La forza del destino. Die Partie des Calaf sang er bereits an der San Francisco Opera, der Opéra national de Paris, dem Teatro alla Scala und dem Royal Opera House in London.
Auch der italienische Tenor Riccardo Massi übernimmt die Rolle des Calaf. Dem griechischen Publikum ist er durch seine mitreißende Interpretation des Cavaradossi in Tosca im Sommer 2024 am Odeon des Herodes Atticus in bester Erinnerung. Massi ist im lyrisch-dramatischen Fach zu Hause und überzeugt regelmäßig mit Rollen aus dem Repertoire von Puccini und Verdi. Er gastierte bereits an vielen führenden Opernhäusern, darunter das Royal Opera House in London, die Berliner Staatsoper, die Deutsche Oper Berlin, die Oper Rom, die Opernhäuser in Zürich, Oslo und Stockholm, das Teatro Regio in Turin sowie die Bayerische Staatsoper in München. Als Calaf war er unter anderem in Franco Zeffirellis legendärer Inszenierung an der Metropolitan Opera in New York zu erleben.
Die Rolle des Timur übernimmt der Bass Tassos Apostolou, ein festes Ensemblemitglied der Griechischen Nationaloper. Apostolou war international auf bedeutenden Bühnen zu erleben, darunter bei den Vereinten Nationen und im Lincoln Center in New York, ebenso wie in Italien, Deutschland, Katar, der Schweiz, Boston, Ägypten und Zypern.
Neben ihm wirken Haris Andrianos, Yannis Kalyvas, Andreas Karaoulis, Georgios Papadimitriou und Nicholas Stefanou mit.
Oper – Neue Produktion
Turandot
Giacomo Puccini
1., 3., 5., 6. und 8. Juni 2025
Odeon des Herodes Atticus
Im Rahmen des Athens Epidaurus Festivals
Musikalische Leitung: Pier Giorgio Morandi
Inszenierung: Andrei Şerban
Dramaturgie: Daniela Violeta Dima
Bühnenbild & Kostüme: Chloe Obolensky
Choreografie & Bewegung: Kate Flatt
Assistenz (Choreografie & Bewegung): Georgia Tegou
Lichtdesign: Jean Kalman, Simon Trottet
Chorleitung: Agathangelos Georgakatos
Kinderchorleitung: Konstantina Pitsiakou
Besetzung:
Prinzessin Turandot: Lise Lindstrom (1., 5., 8.6.) / Catherine Foster (3., 6.6.)
Kaiser Altoum: Nicholas Stefanou
Timur: Tassos Apostolou
Calaf: Brian Jagde (1., 5., 8.6.) / Riccardo Massi (3., 6.6.)
Liù: Cellia Costea (1., 3., 5.6.) / Maria Kosovitsa (6., 8.6.)
Ping: Haris Andrianos
Pang: Yannis Kalyvas
Pong: Andreas Karaoulis
Ein Mandarin: Georgios Papadimitriou
Prinz von Persien: Nicholas Stefanou
Musikalisch gestaltet wird die Produktion mit dem Orchester, dem Chor sowie dem Kinderchor der Griechischen Nationaloper.
Produktionssponsor: PPC (Public Power Corporation)
Hauptsponsor der Griechischen Nationaloper: Stavros Niarchos Foundation (SNF)
Foto: Alexandros Simopoulos