Fest der Fantasie – Silence of Sound kommt nach Berlin

In Alondra de la Parras gefeierter multimedialer Konzertinszenierung Silence of Sound erschaffen die Dirigentin, das Deutsche Filmorchester Babelsberg und die Clownin Gabriela Muñoz ein Gesamtkunstwerk aus Musik, Schauspiel und Videoelementen. Nach dem großen Erfolg der ersten Tournee in Mexiko ist Silence of Sound am 13. September um 20 Uhr im Berliner Admiralspalast nun erstmalig auch in Deutschland zu erleben.

Ein Meer zarter Lichter bewegt sich in gleichmäßigen Wogen, in perfektem Einklang mit der Musik. Unter Wasser glitzern Planktonteilchen; rotschleiernde Fische und weitere Meeresgeschöpfe ziehen in Schwärmen vorüber, geleitet von einer stummen Protagonistin: Wie in einem leuchtenden Ballett lenkt die Clownin die lebendigen Ströme mal hier-, mal dorthin. Das Orchester spielt Debussys La Mer und schnell wird klar: Hier handelt es sich nicht um einen bloßen Soundtrack, hier reichen Bild und Klang einander die Hand, verschmelzen zu einem großen Ganzen.

Silence of Sound ist ein multisensorisches Fest der Fantasie. Das szenisch-symphonische Bühnenprojekt, das die Dirigentin Alondra de la Parra gemeinsam mit der Clown- Performerin Gabriela Muñoz entwickelte und bei dem sie selbst Regie führte, war ein durchschlagender Erfolg in de la Parras Heimat Mexiko – fast 15.000 Zuschauer*innen besuchten im Herbst 2022 Aufführungen in vier Städten. De la Parra und ihr Team hätten eine „neue Sprache entwickelt“, hieß es daraufhin in der Zeitung El Norte; das Publikum habe „gelacht, geweint, applaudiert und sich von einer Geschichte bewegen lassen, die keine Worte braucht,“ schrieb Reporte Índigo. Am 13. September 2023 präsentieren Alondra de la Parra, Gabriela Muñoz und das Deutsche Filmorchester Babelsberg Silence of Sound nun erstmals in Deutschland, im Admiralspalast in de la Parras Wohnort Berlin.

Alondra de la Parra blickt mit großer Vorfreude auf das Heimspiel: „Silence of Sound ist aus dem Wunsch heraus entstanden, die einzigartige Wirkung der Musik ganz wortwörtlich sichtbar zu machen. Besonders symphonische Werke können im Publikum so viel auslösen; die brillantesten Geschichten und intensivsten Gefühlswelten entfalten sich in den Köpfen der Zuhörenden. Die Hörer*innen bleiben dabei nicht passiv, denn sie selbst sind ja die Erzähler*innen dieser fantasievollen und persönlichen Narrative. Genau diesen inspirativen Rausch versuchen wir mit der Inszenierung einzufangen und zu beflügeln. Ich freue mich unheimlich, das Projekt nun auch in meiner zweiten Heimat Deutschland zeigen zu können.“

Am Anfang von Silence of Sound stand, wie der Name bereits verrät, die Stille. De la Parra spielte schon seit Jahren mit dem Gedanken eines szenischen Konzerts, invdem sie das Publikum auf neue Weise ansprechen wollte – durch ein innovatives Aufführungskonzept, in dem unter anderem einzelne Teile des Orchesters zu handelnden Figuren würden. Als sie die Clownin Chula, bürgerlich Gabriela Muñoz, erstmals auf der Bühne erlebte, spürte sie sofort, dass Muñoz mit ihrem vollkommen ohne Worte auskommenden Performance-Ansatz die ideale Partnerin für das Vorhaben war: „Das Orchester und ich arbeiteten ausschließlich mit Klang, Gabriela ausschließlich mit Bildern. Wir haben einander perfekt ergänzt.“ Gemeinsam schrieben de la Parra und die Clownin die Geschichte einer stummen Protagonistin, die nach und nach mithilfe der Musik ihr eigenes kreatives Potenzial entdeckt, erforscht und entfaltet. Ihre Weggefährten sind die Instrumente des Orchesters, die sie bis zum Schluss auf der Abenteuerreise zum eigenen Selbst begleiten: die treue Oboe, das liebevolle Cello, die verführerische und draufgängerische Geige.

Für den visuelle Counterpart sorgte die Designerin Mariona Omedes, die in enger Zusammenarbeit mit de la Parra großflächige, hochästhetische Videoprojektionen schuf. Aus dem komplexen und eng choreografierten Zusammenspiel aus Orchestermusik, Omedes‘ beeindruckenden Bildwelten und Muñoz‘ berührendem Schauspiel entstand Silence of Sound als eine kunstvoll erzählte Traumsequenz.

Trotz seiner visuellen Strahlkraft ist Silence of Sound alles andere als ein oberflächliches Spektakel. De la Parra ließ immer wieder ihre persönlichen Erfahrungen als Dirigentin in das Storytelling einfließen.

Auch wählte sie anspruchsvolle klassische Werke für das Projekt aus: „Debussys La Mer, Strawinskys Feuervogel, Brahms‘ dritte Symphonie – die Musik in Silence of Sound speist sich aus den großen Meisterwerken des Kanons und fügt deren Sätze auf ungewöhnliche Weise zu einem Kaleidoskop zusammen. Dank unseres Repertoires ist die Aufführung für Klassik-Kenner*innen ebenso geeignet wie für Menschen, die diese Musik noch nie zuvor gehört haben.“ Am Ende zähle nämlich vor allem der individuelle Zugang, den die Zuschauer*innen zum Gezeigten fänden. „Eine Besucherin aus Mexiko sagte, sie habe viele Momente ihres eigenen Lebens auf der Bühne gespiegelt gesehen. Das ist das größte Kompliment, das ich mir für Silence of Sound vorstellen kann. Genau das wollten wir erreichen.“

Auch Gabriela Muñoz freut sich auf die Gelegenheit, die Zuschauer*innen mit Silence of Sound zu bewegen: „Ich bin nun schon seit einer Weile als Performerin und Kunstschaffende in Berlin tätig und es macht mich unheimlich froh, dass wird dieses Projekt nun erstmals auch dem deutschen Publikum präsentieren können.“ Zwei Kurzdokumentation zum Projekt von der Deutschen Welle finden Sie hier und hier.

Silence of Sound

13.09.2023, 20 Uhr – Berlin, Admiralspalast

Tickets: 19€/28€/46€/54€/69€ zzgl. Vorverkaufsgebühr

Vorverkauf unter www.ticketmaster.de

Weitere Informationen unter www.thesilenceofsound.com

Biografien

Alondra de la Parra

Die Dirigentin Alondra de la Parra ist eine der bedeutendsten Künstlerinnen Mexikos. Sie arbeitet mit den renommiertesten Orchestern der Welt zusammen, darunter das Orchestre de Paris, das London Philharmonic Orchestra, das Tonhalle-Orchester Zürich, das Swedish Radio Symphony Orchestra, das São Paulo Symphony Orchestra, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und das Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia. Im Jahr 2017 wurde sie zur Musikdirektorin des Queensland Symphony Orchestra ernannt. Sie war die erste Mexikanerin, die in der Carnegie Hall in New York auf dem Podium stand, und ist offizielle Kulturbotschafterin Mexikos. Im Frühjahr 2022 dirigierte sie die Weltpremiere von Like Water for Chocolate, einem Ballett nach dem Roman von Laura Esquivel mit Musik von Joby Talbot, für das Royal Ballet in Covent Garden an der Seite des Choreographen Christopher Wheeldon. Im April 2022 wurde sie zur Principal Guest Conductor des Orchestra Sinfonica di Milano ernannt – die Position eröffnet ein neues Kapitel für de la Parra, die für ihre Arbeit in der Saison 21/22 hervorragende Kritiken erhielt. Im Sommer 2023 findet in Mexiko zum zweiten Mal das Paax GNP Festival statt, das Alondra de la Parra 2022 als künstlerische Leiterin ins Leben rief.

 

Gabriela Muñoz

Gabriela Muñoz schloss ihr Studium im Fach Physical Theatre in London (LISPA London International School of Performing Arts) und an der School of Physical Theatre ab. Sie verfügt über jahrelange Erfahrung in den Bereichen Theater, Zirkus und Oper, sowohl in Mexiko als auch im Ausland, und schafft innerhalb dieser Disziplinen ein vollkommen eigenes künstlerisches Universum. 2010 entwickelte sie die Clownshow PERHAPS, PERHAPS… MAYBE, die sie in Deutschland, Australien, Belgien, Brasilien, am Polarkreis, in China, Kolumbien, Spanien, den USA, Finnland, Frankreich, Georgien, Großbritannien, Italien, Litauen, Mexiko, Neuseeland, der Tschechischen Republik, Rumänien und Schweden aufführte. Im Jahr 2016 gewann sie den Preis für die beste Performance und die beste Show beim New Zealand Fringe Festival. 2015 zeigte sie erstmals die Performance LIMBO mit Unterstützung von EFI THEATRE und Co Productions in Zusammenarbeit mit Ernesto García und Marian Ruzzi. 2016 war Muñoz Teil des Dokumentarfilms Witkin on Witkin; 2019 wurde ihre Produktion DIRT mit Unterstützung von EFI ARTES auf dem Foro Lucerna in Mexiko-Stadt uraufgeführt. Im Jahr 2020 erhielt Muñoz die internationale Verdienstmedaille für Kulturförderung des Kongresses von Mexiko-Stadt. Im Jahr 2020 entwickelte Gabriela Muñoz ihr Projekt CHULA THE CLOWN gemeinsam mit SICOMORO Editions und gewann hierfür den National Prize of Graphic Arts. 2022 führte sie erstmals mit Unterstützung von FONCA, MICC (International Market of Contemporary Circus) in Koproduktion mit Chamäleon Berlin, TOHU und den Ruhrfestspiele Recklinghausen das Stück Julieta auf, das für den Anlass komponierte Lieder von Natalia Lafourcade beinhaltet.

Foto: Oscar Turco
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