Heimspiel: Pablo Heras-Casado nimmt Bayreuth mit nach Spanien
Vom 29. August bis 6. September 2026 dirigiert Pablo Heras-Casado das Bayreuther Festspielorchester in Barcelona, Santander, Sevilla, Madrid und Valencia. Gespielt werden Ausschnitte aus dem „Ring des Nibelungen". Es singen: Catherine Foster, Klaus Florian Vogt und Nicholas Brownlee.

Das Bayreuther Festspielorchester gibt es nur im Sommer. Nach den Festspielen gehen die Orchestermusiker:innen zurück an ihre Häuser. Das macht Gastspiele schwierig. Zum 150-jährigen Bestehen der Bayreuther Festspiele klappt es dennoch: Gemeinsam gehen sie auf eine Spanien-Tournee. Am Pult steht – wie auch beim diesjährigen Parsifal und den Open-Air-Konzerten – Pablo Heras-Casado, geboren in Granada. Die Tournee wird also ein Heimspiel für ihn.
Kleiner Abschied und Vorfreude
Angefangen hat die gemeinsame Arbeit des 48-Jährigen und des Bayreuther Festspielorchesters drei Jahre zuvor, 2023, bei der damaligen Neuproduktion des Parsifal (Regie: Jay Scheib) – und der Einstand war fulminant. BR-Klassik sprach von einem „triumphalen Debut“. Für die FAZ war der Dirigent ein „Glücksfall“ für den Hügel, die WELT lobte sein „eminent gekonntes, überlegtes und doch natürlich fließendes Dirigat“. Ein Debüt dieser Art, schrieb die NZZ später, erlebe das Festival nur alle paar Jahrzehnte. Die Kritiker:innen der Opernwelt wählten ihn 2024 daraufhin zum Dirigenten des Jahres. 2025 kam in Brüssel der OPER! AWARD als bester Dirigent dazu, im September der Premio Nacional de Música des spanischen Kulturministeriums. In diesem Sommer leitet Heras-Casado den Parsifal in Bayreuth in der vierten Saison hintereinander und zum vorerst letzten Mal.
Pablo Heras-Casado: „Ich bin dankbar und fühle mich privilegiert, diese Tournee leiten zu dürfen. Vier Sommer lang stehe ich nun vor dem Bayreuther Festspielorchester in dem Graben, den Wagner für seine Musik bauen ließ. Jetzt nehme ich das Orchester, das sich für mich wie musikalische Familie anfühlt, mit nach Hause und kann es kaum erwarten, unsere Arbeit dem spanischen Publikum vorzustellen.“ Die erste Station liegt noch nicht in Spanien. Am 28. August spielt das Orchester unter Heras-Casado im Wolkenturm in Grafenegg, einen Tag später beginnt in Barcelona die eigentliche Tournee. Es folgen Santander, Sevilla und Madrid, bevor die Reise am 6. September in Valencia endet. Auf dem Programm stehen unter anderem der Einzug der Götter nach Walhall aus Das Rheingold, Wotans Abschied und der Walkürenritt aus Die Walküre, das Waldweben aus Siegfried sowie Siegfrieds Trauermarsch und Brünnhildes Schlussszene aus der Götterdämmerung.
Und nach Spanien? Klar: Wagner
Dies ist auch ein Vorgeschmack: Denn 2028 kehrt Heras-Casado zurück auf den Grünen Hügel. Dann dirigiert er die Neuproduktion des Ring des Nibelungen, die Regie führt Vasily Barkhatov. In der Zwischenzeit setzt er seine Wagner-Arbeit fort: Im Oktober beendet der Spanier einen Ring mit der Götterdämmerung an der Opéra Bastille, den er Anfang 2025 begann (Regie: Calixto Bieito), und leitet dort anschließend zwei komplette Ring-Zyklen. Im März und April 2027 dirigiert er die Wiederaufnahme des Parsifal (Regie: Pierre Audi, Bühne: Georg Baselitz) an der Bayerischen Staatsoper und im Frühsommer des kommenden Jahres den Fliegenden Holländer an der Wiener Staatsoper.
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Spanien-Tournee 2026
Bayreuther Festspielorchester
Pablo Heras-Casado, Dirigent
Mit: Catherine Foster (Brünnhilde), Klaus Florian Vogt (Siegmund, Siegfried), Nicholas Brownlee (Wotan)
Richard Wagner
Ausschnitte aus Der Ring des Nibelungen
- 29. August: Barcelona, Palau de la Música Catalana
- 31. August: Santander, Festival Internacional
- 2. September: Sevilla, Teatro de la Maestranza
- 3. September: Madrid, Teatro Real
- 6. September: València, Palau de la Música
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Kommende Wagner-Dirigate
- 10/2026: Die Götterdämmerung, Opéra Bastille
- 11/2026: Der Ring des Nibelungen, RING-Festival, Opéra Bastille
- 03+04/2027: Parsifal, Bayerische Staatsoper
- 05+06/2027: Der Fliegende Holländer, Wiener Staatsoper
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