Neuproduktion von Florent Siaud mit dem Insula Orchestra, dem accentus Chor und Laurence Equilbey

Mozart’s „Die Entführung aus dem Serail“ im Originalklang am Théâtre des Champs-Élysées

Auf dem Feld der historischen Aufführungspraxis zählen Laurence Equilbey, das Insula Orchestra und der accentus Chor zu den festen Größen der Gegenwart. Am Théâtre des Champs-Élysées bringen die beiden Ensembles und ihre Dirigentin nun Wolfgang Amadeus Mozarts Singspiel "Die Entführung aus dem Serail" auf die Bühne, in einer Neuproduktion von Florent Siaud. Die Premiere findet am 03. Juni 2026 statt; darauf folgen vier weitere Vorstellungen am 06., 08., 10. und 12. Juni, u. a. mit Jessica Pratt und Amitai Pati.

Mit Mozart‘s Die Entführung aus dem Serail realisieren das Insula Orchestra, der accentus Chor und Laurence Equilbey zum ersten Mal eine Neuproduktion im Pariser Théâtre des Champs-Élysees – und setzen damit ihre außerordentlich erfolgreiche Reihe an historisch informierten Konzerten und szenischen Produktionen fort, die Kritiker weltweit begeistert und der  die New York Times bescheinigte: „This is what historically informed performance practice is really about.“

Wolfgang Amadeus Mozart zähle zu „einem der emblematischen Komponisten für das Repertoire des Insula Orchesters. Seine Musik auf historischen Instrumenten zu spielen, gleicht immer wieder einer Neuentdeckung,“ so Laurence Equilbey. Für die Dirgentin ist Die Entführung aus dem Serail heute aktueller denn je: „Mit heiterem Ton verhandelt die Komödie Themen wie die Unterdrückung von Frauen, Tyrannei, Liebe und Hingabe. Dieser spannungsgeladene Kontrast verleiht dem Werk seine emotionale Intensität und theatralische Energie. Historische Instrumente lassen dieses expressive, lebhafte Universum mit besonderer Klarheit hervortreten.“

Eine Produktion von Mozart‘s Lucio Silla führte Insula, accentus und Equilbey 2016 beispielsweise nach Wien und Aix-en-Provence. Die Gastspiele waren ein voller Erfolg; so hieß es in den Salzburger Nachrichten: „[Laurence Equilbey] entrollt eine breite Palette von Farben mit dem alten Instrumentarium des ausgezeichneten Insula-Orchesters und brennt für die Musik. Der Abend endet in tosendem Beifall.“ Auf Lucio Silla folgten eine Veröffentlichung desselbigen Werkes bei Erato Warner Classics, eine Aufnahme der Krönungsmesse, das Album „Magic Mozart“ sowie ein Mozart-Konzertprogramm bei den Dresdner Musikfestspielen, mit dem es Equilbey in der Frauenkirche „richtig funkeln ließ“ (Dresdner Neuste Nachrichten).

 

 

Laurence Equilbey arbeitet erstmalig mit dem gefragten Theater- und Opernregisseur Florent Siaud zusammen, der in diesem Rahmen ebenfalls seine erste Inszenierung am Théâtre des Champs-Elysées realisiert. Siaud‘s Interpretation der Entführung aus dem Serail stellt die Menschlichkeit in den Mittelpunkt: „Durch seine Exotik, seine auf die Probe gestellten Archetypen und seinen auf Vergebung basierenden Ausgang gehört das Werk zur Gattung des Märchens, eröffnet jedoch gleichzeitig einen kritischen Raum für Reflexionen über Macht, innere Freiheit und soziale Beziehungen.“, so der Regisseur.

Die Besetzung der Produktion vereint eine Riege an internationalen Sänger:innen: In der Rolle der Konstanze wird die australische Sopranistin Jessica Pratt zu hören sein, die als eine der brillantesten Belcanto-Sängerinnen gilt. An ihrer Seite wird Amitai Pati, der Bruder von Pene Pati, die Rolle des Belmonte verkörpern. Die Rolle der Blonde übernimmt Manon Lamaison; Ante Jerkunica singt den Osmin; und der Tenor Lunga Eric Hallam verkörpert die Rolle des Pedrillo.

 

Über Laurence Equilbey, accentus Chor und Insula Orchestra

Der von Laurence Equilbey gegründete accentus Chor zählt zu den renommiertesten Vokalensembles Europas und wird international für seine Klarheit, emotionale Tiefe und stilistische Präzision geschätzt. Gemeinsam mit dem ebenfalls von Equilbey gegründeten Insula Orchestra tritt der Chor regelmäßig im der Pariser La Seine Musicale auf. Die Interpretationen der zwei Ensembles werden immer wieder vom Publikum gefeiert und von der Presse gelobt. So überzeugten Insula und accentus z. B. mit ihrer Produktion des Fidelio(2022), die „ein ganz neues Kapitel der Beethoven-Interpretation“ (Concerti) aufschlug, oder auch zuletzt mit einer szenischen Neuinterpretation von Brahms‘ Ein deutsches Requiem (2026), über die es in einer Kritik hieß: „Laurence Equilbey, Harnoncourt-Zögling, am Pult ihres Originalklangorchesters führte alle zusammen, sorgt für einen zügig pulsierenden Ablauf bei fein ausbalancierten Temporelationen. Man lernt: Es kommt nicht darauf an, ob auf Darmsaiten und mit Naturhörnern, ob mit oder ohne Vibrato gespielt wird, sondern darauf, was ein Interpret daraus macht. Und das ist im Fall von Equilbey sehr viel.“ (Die Presse).

 

 

Über Florent Siaud

Florent Siaud inszeniert sowohl am Theater als auch an der Oper. In den vergangenen Jahren hat sich der junge französische Regisseur mit seinen poetischen Inszenierungen vor allem in Frankreich und Kanada einen Namen gemacht. Seine Affinität zum Schauspiel führte ihn sowohl zu Klassikern der Dramatik von Shakespeare, Goethe und Molière als auch zu zeitgenössischen Theatertexten. Im Opernbereich inszenierte er beispielsweise Puccini’s Tosca, Wagner’s Lohengrin, Debussy’s Pelléas et Mélisande sowie Tschaikowski’s Eugen Onegin. Seine Produktionen waren u. a. an der Comédie Française Paris, an der Opéra de Bordeaux sowie an der Opéra de Montréal zu sehen. Mehrere seiner Arbeiten wurden für den Prix de la critique Québec nominiert und ausgezeichnet. 2023 erhielt Siaud von der Universität Montréal eine Ehrenauszeichnung für seine herausragendes Engagement für das Theater der Gesellschaft Québecs.

 

 

Le Théâtre des Champs Élysées, Paris
Premiere: 03. Juni 2026
Weitere Termine: 06. / 08. / 10. / 12. Juni 2026 

Mozart
Die Entführung aus dem Serail

Laurence Equilbey Musikalische Leitung
Florent Siaud Regie
Romain Fabre Bühnenbild
Jean-Daniel Vuillermoz Kostüme
Nicolas Descoteaux Licht
Eric Maniengui Video

Jessica Pratt Konstanze
Amitai Pati Belmonte 
Ante Jerkunica Osmin
Lunga Eric Hallam Pedrillo
Manon Lamaison Blonde
Uli Kirsch Selim

Insula Orchestra
accentus Chor

 

Fotos: Théâtre des Champs-Élysées © Hartl Meyer; Modelle Bühnenbild „Die Entführung aus dem Serail“ © Romain Fabre; Laurence Equilbey © Olivier Borde; Florent Siaud © Manuel Braun

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