Vitali Alekseenok gewinnt Taormina Award 2026 – und dirigiert Festakt der Salzburger Festspiele
Düsseldorf/Taormina/Salzburg, 11. Juni. Vitali Alekseenok, Chefdirigent der Deutschen Oper am Rhein, wird mit dem Taormina International Award 2026 ausgezeichnet, einem der renommiertesten Kulturpreise Italiens. Die Verleihung findet am 20. Juni 2026 im antiken Theater von Taormina auf Sizilien statt und wird auf Rai Uno, dem meistgesehenen öffentlich-rechtlichen Sender Italiens, am 16. Juli übertragen. Wenig später, am 26. Juli 2026, dirigiert Alekseenok den Festakt zur Eröffnung der Salzburger Festspiele in der Felsenreitschule – live im ORF und auf 3sat.

Der Taormina International Award: Mit Nobelpreisträger:innen auf Augenhöhe
Taobuk – Taormina International Book Festival, das in diesem Jahr zum 16. Mal stattfindet, zählt zu den bedeutendsten Literatur- und Kulturfestivals Italiens. Seine Gala-Abende im antiken Theater von Taormina, auf Rai Uno übertragen, erreichen jährlich ein Millionenpublikum. Das Festival wurde von Antonella Ferrara gegründet und wird bis heute von ihr geleitet. Taobuk verbindet literarische Exzellenz mit gesellschaftlicher Verantwortung. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern zählen u. a. Mario Vargas Llosa, Orhan Pamuk, Olga Tokarczuk, Annie Ernaux und Jon Fosse sowie Künstlerpersönlichkeiten wie Marina Abramović.
Neben Alekseenok erhalten dieses Jahr folgende Künstler:innen eine Auszeichnung des Festivals: die Schriftsteller:innen Haruki Murakami, Abdulrazak Gurnah, Jonathan Coe und Dacia Maraini, der Dichter Adonis, die Schauspielerin und Regisseurin Valeria Bruni Tedeschi, der Bildhauer Sir Anish Kapoor, die Sängerin Nicky Nicolai sowie der Jazzmusiker Stefano Di Battista. Antonella Ferrara, Präsidentin des Festivals, würdigt Alekseenoks Kunst, in der künstlerischer Anspruch und Gewissen nicht voneinander zu trennen seien; in ihrer Begründung heißt es:
„Das Dirigentenpult ist kein Ort abseits der Welt, sondern ein Ort der Verantwortung gegenüber der Welt.“
— Antonella Ferrara
International etabliert habe der 35-Jährige sich, wie Ferrara hervorhebt, „durch die Akribie seiner Interpretation, die Tiefe seines musikalischen Empfindens und die Kraft seiner künstlerischen Präsenz.“
Am Gala-Abend ist auch das Orchester des Teatro Massimo Bellini aus Catania zu hören. Am Pult steht Vitali Alekseenok selbst, der dem Haus als Erster Gastdirigent verbunden ist.
Salzburg, 26. Juli: Der Festakt der Festspiele – live im ORF und auf 3Sat
Wenige Wochen nach Taormina steht Alekseenok am Pult für ein weiteres Ereignis von internationalem Rang: Er dirigiert den Festakt zur Eröffnung der Salzburger Festspiele am 26. Juli 2026 um 11 Uhr in der Felsenreitschule. Die Übertragung erfolgt live durch den ORF und 3sat. Das Mozarteumorchester Salzburg spielt unter seiner Leitung Werke von Lili Boulanger, Olivier Messiaen und Édouard Lalo, gemeinsam mit der Geigerin Vilde Frang und dem Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor.
Die Eröffnungsrede hält die belarussische Bürgerrechtlerin und Musikerin Maria Kalesnikava, Trägerin des Karlspreises, die nach fünf Jahren politischer Haft in Belarus erst im vergangenen Jahr freigelassen wurde. Dass das Land Salzburg für diesen Festakt zwei belarussische Künstler:innen gewählt hat, ist auch ein politisches Zeichen: Alekseenok und Kalesnikava sind beide Symbolfiguren des belarussischen Widerstands.
Vitali Alekseenok: Dirigent, Autor, Stimme für Belarus und die Ukraine
Vitali Alekseenok, 1991 in Wilejka, Belarus, geboren, erhielt seine Ausbildung am Konservatorium St. Petersburg und an der Hochschule für Musik Weimar. Seine Karriere führte ihn bisher u. a. an die Mailänder Scala, das Gran Teatre del Liceu in Barcelona, die Semperoper Dresden und die Hamburgische Staatsoper. Er wurde von Dirigenten wie Bernard Haitink, Fabio Luisi und Riccardo Muti geprägt und gewann 2021 den Internationalen Dirigierwettbewerb Arturo Toscanini in Parma – mit Erstem Preis, Publikumspreis und dem Preis für die beste Verdi-Aufführung.
Seit der Spielzeit 2024/25 ist er Chefdirigent der Deutschen Oper am Rhein (DOR), seit 2021 Erster Gastdirigent am Teatro Massimo Bellini in Catania.
Als Autor veröffentlichte er das Buch „Die weißen Tage von Minsk. Unser Traum von einem freien Belarus“ (S. Fischer, 2021). Es ist eine (persönliche) Chronik der belarussischen Freiheitsbewegung, für die ihn die Belarusin und Nobelpreisträgerin Svetlana Aleksijewitsch ausdrücklich würdigte. Als Künstlerischer Leiter des KharkivMusicFest sorgt er dafür, dass jedes Jahr in der ukrainischen Millionenstadt auch unter Kriegsbedingungen Orchester-Konzerte stattfinden – in Luftschutzkellern, U-Bahn-Stationen und Krankenhäusern.
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Termine auf einen Blick
20. Juni 2026, 21 Uhr: Verleihung des Taormina International Award, Teatro Antico di Taormina, Sizilien – Übertragung auf Rai Uno am 16. Juli
26. Juli 2026, 11 Uhr: Festakt der Salzburger Festspiele, Felsenreitschule Salzburg, 11 Uhr – live im ORF und auf 3Sat
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