Griechische Nationaloper

Von Kazantzakis bis Kentridge – Die Spielzeit 2026/27 der Griechischen Nationaloper: sechs Neuproduktionen zwischen griechischer Tradition, Monteverdi und Strawinsky

Athen/Berlin: Ein Gastspiel mit dem Titel „Nikos Kazantzakis: An Odyssey in Music“ in der New Yorker Carnegie Hall, eine Hommage an die griechische Dichterin Marianina Kriezi und Monteverdis "L'Orfeo" in der Regie von William Kentridge, koproduziert mit Glyndebourne und der New Yorker Metropolitan Opera: In dieser Kombination zeigt sich das Profil der Griechischen Nationaloper (GNO). Internationales Repertoire neben griechischen Eigenproduktionen, die sonst nirgends entstehen würden.

Die Spielzeit 2026/27 umfasst sechs Neuproduktionen und ein Gastspiel des GNO-Orchesters in der Carnegie Hall. Dazu kommen sechs Wiederaufnahmen, darunter Robert Wilsons OtelloTosca und das Familienstück Die Nachtigall des Kaisers von Lena Platonos. Die GNO hat sich mittlerweile, einige Jahre nach der Eröffnung des Neubaus am Hafen von Piräus, einen festen Platz in der europäischen Opernszene erarbeitet und sich zur “Neue(n) Kunst-Akropolis” (Welt) entwickelt.

Die kommende Saison dürfte das bestätigen. Das 1939 gegründete Haus ist seit 2017 im von Renzo Piano entworfenen Kulturzentrum der Stavros Niarchos Foundation in Athen zu Hause. Unter ihrem Künstlerischen Leiter Giorgos Koumendakis hat sich die GNO konsequent international geöffnet und erweitert. „Das Repertoire der Griechischen Nationaloper schlägt in der Saison 2026/27 mit bedeutenden Uraufführungen und Wiederaufnahmen neue Richtungen ein“, sagt Giorgos Koumendakis.

In der neuen Saison bringt die Griechische Nationaloper renommierte Regisseure, Bühnen- und Kostümbildner sowie Choreografen aus Griechenland und der ganzen Welt zusammen, darunter William Kentridge, Stephen Langridge, Katie Davenport, Valentina Turcu, Alexandros Eflkidis, Eirini Vianelli, Sabine Theunissen und Alan Hranitelj.

Die Inszenierungen werden musikalisch geleitet von international renommierten Dirigenten sowie von aufstrebenden griechischen Dirigenten, darunter Vassilis Christopoulos, Konstantinos Terzakis, Dmitri Jurowski, Pier Giorgio Morandi, Jacques Lacombe, Sesto Quatrini, Lukas Karytinos, José Salazar u. a.

In den Produktionen der Spielzeit 2026/27 wird das Publikum neben den GNO-Stars Dimitri Platanias, Tassis Christoyannis, Cellia Costea, Vassiliki Karayanni, Dionysios Sourbis, Tassos Apostolou, Petros Magoulas, Yanni Yannissis und Yannis Christopoulos, Auftritte von weltbekannten griechischen und internationalen Künstlern erleben, darunter Sonya Yoncheva, Ermonela Jaho, Charles Castronovo, Brian Jagde, Arturo Chacón-Cruz, Riccardo Massi, Marcelo Puente, Anita Rachvelishvili, Christos Kechris, Mary-Ellen Nesi, Dmitry Golovnin, Hovhannes Ayvazyan, Matilde Wallevik, Danae Kontora und Anna Agathonos sowie Chrysanthi Spitadi.

Die Neuproduktionen im Überblick

MUSIKTHEATER  ·  Hommage an die Lyrikerin Marianina Kriezi – Den Auftakt macht am 1. Oktober 2026 Even If You Go Away…, eine Hommage der Sängerin Dimitra Galani an die griechische Dichterin Marianina Kriezi, deren Liedtexte – von „Rosa-Rosalia“ bis „Plateia Amerikis“ – sich tief in das musikalische Gedächtnis Griechenlands eingeschrieben haben. Bekannt vor allem durch die Radiosendung Lilipoupoli, arbeitete Kriezi mit Komponist:innen wie Lena Platonos und Nikos Kypourgos zusammen. Galani steht gemeinsam mit Savina Yannatou und Yannis Palamidas auf der Bühne.

OPER  ·  Monteverdis L’Orfeo mit William Kentridge – Am 30. Oktober 2026 bringt die GNO Claudio Monteverdis L’Orfeo erstmals zur Aufführung – jenes Werk von 1607, das die Gattung Oper begründet hat. Die Produktion entsteht als Koproduktion mit der Glyndebourne Festival Opera und der New Yorker Metropolitan Opera. Regie führt der südafrikanische Künstler William Kentridge. Er übersetzt den Mythos vom Sänger, der seine tote Geliebte aus der Unterwelt zurückholen will, durch Animation, Videoprojektion und Collage in ein vielschichtiges Bildtheater.

OPER  ·  Tschaikowskys Pique Dame – Am 6. Dezember 2026 feiert die Neuproduktion von Tschaikowskys Pique Dame Premiere – Regie führt Stephen Langridge, Künstlerischer Leiter des Glyndebourne Festivals. Er siedelt die Handlung am Hofe Katharinas der Großen an. Am Pult steht Dmitri Jurowski, Dmitry Golovnin singt die Rolle des Hermann.

OPER  ·  Strawinskys The Rake’s Progress – Ab 5. März 2027 läuft Igor Strawinskys The Rake’s Progress in der Inszenierung von Alexandros Efklidis – eine moralische Erzählung über das Streben nach Glück und die Grenzen des freien Willens. Efklidis liest die Oper als „lebendiges Opernmuseum“: eine Reise durch Epochen und Ästhetiken der Gattung selbst. Es dirigiert Jacques Lacombe, es singen u.a.: Anita Rachvelishvili, Dimitri Platanias und Danae Kontora.

BALLETT  ·  Tennessee Williams Endstation Sehnsucht – Ab 12. Februar 2027 tanzt das GNO-Ballett Endstation Sehnsucht nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Tennessee Williams: die Geschichte einer Frau, die nach einem frühen Trauma bei ihrer Schwester Zuflucht sucht und auf deren Mann trifft – eine Begegnung von Anziehung und Gewalt, in der die Illusion an der Wirklichkeit zerbricht. Valentina Turcu entwickelt aus dem Stoff eine choreografische Neuschöpfung in Koproduktion mit dem Slowenischen Nationaltheater Maribor.

HALBSZENISCHE INSZENIERUNG · Beethovens Missa solemnis; szenisch; mit dem gesamten künstlerischen Ensemble der GNO – Zum Saisonfinale bringt die GNO Beethovens Missa solemnis erstmals in einer szenischen Fassung auf die Bühne – mit Orchester, Chor und Ballett des Hauses.

KONZERT  ·  Gastspiel in der Carnegie Hall – Bereits am 15. Oktober 2026, noch vor der Saisoneröffnung in Athen, reist das Orchester der GNO nach New York. In der Carnegie Hall spielt es ein Programm zu Ehren von Schriftsteller Nikos Kazantzakis (1883-1957) – mit Werken von Hadjidakis, Skalkottas, Mitropoulos, Koumendakis und Theodorakis, mit Anita Rachvelishvili (Mezzosopran) und Maria Kostraki (Sopran).

Die Griechische Nationaloper wird vom griechischen Kulturministerium gefördert.

Hauptstifter der Griechischen Nationaloper: Stavros Niarchos Foundation

Das vollständige Programm 2026/27 in chronologischer Übersicht finden Sie HIER

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