Weltweites Interesse für den 1. Internationalen Fanny-Hensel-Wettbewerb – die Finalist:innen aus vier Kontinenten stehen fest

Insgesamt bewarben sich bis zum Einsendeschluss 49 Lied-Duos mit Fortepiano für acht Finalplätze. Die letzte Runde des Wettbewerbs findet am 25. April 2026 in zwei Konzerten auf Schloss Weißenbrunn in Franken statt, die auch im Livestream zu verfolgen sind.

Die erfolgreichen Musiker:innen kommen aus Deutschland (4), Italien (3), Österreich (2), Australien (2) und jeweils ein:e Musiker:in aus den USA, Großbritannien, Frankreich, Taiwan sowie den Niederlanden. Sie qualifizierten sich für das Finale des erstmals stattfindenden Internationalen Fanny-Hensel-Wettbewerbs für Lied-Duo mit Fortepiano, der sich der Pflege und internationalen Sichtbarmachung des Liedschaffens von Fanny Hensel widmet. Folgende Duos treten nach einer Vorauswahl anhand von Videoeinsendungen am 25. April im Schloss Weißenbrunn auf:

  • Duo Mitterbauer I Spring (Tabea Mitterbauer, Sopran & Erika Spring)
    Österreich
  • Benedetta Zanotto, Sopran & Axel Trolese
    Italien
  • Verheij & Sorotokin (Jasperina Verheij, Mezzo-Sopran & Agata Sorotokin)
    Niederlande/USA
  • Les Vaguabondes Lied Duo (Madeleine Treilhou, Sopran & Nicole Rigoni)
    Frankreich/Italien
  • Banksia Duo (Jesse Linke, Sopran & Izaac Masters)
    Australien
  • George Clarke, Bariton & Rachel Doubijanski
    Großbritannien/Deutschland
  • Duo Convivium (Lucia Boisserée, Sopran & Tung-Han Hu)
    Deutschland/Italien
  • Johannes Arzt, Bariton & David Höppner
    Deutschland

Die Künstlerische Leiterin der Stiftung Schloss Weißenbrunn und Jury-Vorsitzende, Pia Praetorius, erklärt: „Das Niveau in der Vorrunde war außergewöhnlich hoch. Vier Finalduos standen für die Jury schnell fest, um die verbleibenden Plätze wurde in zwei Sitzungen jedoch intensiv diskutiert. Oberste Priorität hatte ein lebendiges, den Text illustrierendes gemeinsames Musizieren. Die Leistungen von Sänger:in und Pianist:in flossen gleichwertig in die Beurteilungen ein. Gewählt wurden schließlich acht Duos, deren Liedinterpretation eine eigene, originelle Handschrift aufwies und deren Stimmen besonders gut mit dem historischen Fortepiano harmonierte. Die künstlerische Vielfalt hat die Entscheidung nicht leicht gemacht – und macht die Vorfreude auf das Finale umso größer.“

Originale Instrumente in unterschiedlicher, zeittypischer Temperatur
Während der zwei Finalkonzerte am Samstag, 25. April, um 15 und 18 Uhr spielen die Duos während einer Vortragszeit von ca. 15 Minuten eine Auswahl aus zehn vorbereiteten Liedern: acht von Fanny Hensel sowie zwei von ihrem Bruder, Felix Mendelssohn Bartholdy. Den Musiker:innen stehen auf Schloss Weißenbrunn für die Finalkonzerte vier originale Instrumente zur Verfügung: Es handelt sich um Fortepianos von Brodmann (1827), Graf (1824), Broadwood (1829) und Pleyel (1836). Auf die Stimmung der Instrumente legt der Wettbewerb ein besonderes Augenmerk: Zwei der Hammerflügel werden in einer ungleichschwebenden zeittypischen Temperatur und zwei Instrumente in einer leicht temperierten, eher gleichstufigen Temperatur eingestimmt. Dies ergibt eine hörbare unterschiedliche Klanglichkeit und wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts kontrovers diskutiert.

Preise und Engagements
Die Jury bilden die Expert:innen für historische Aufführungspraxis Olga Pashchenko, Dmitry Ablogin, Jan Kobow und Pia Praetorius. Neben Preisgeldern (1. Preis: 8500 Euro, 2. Preis: 5000 Euro, 3. Preis: 3000 Euro, Publikumspreis: 1000 Euro) erhalten die siegreichen Duos Konzerteinladungen u. a. von den Schlosskonzerten Bad Krozingen, Schloss Seehaus oder der Mendelssohn Remise Berlin. Auch der Henle-Verlag stiftet einen Preis. Die Ergebnisverkündung wird noch am Abend des 25. April stattfinden. Für Sonntag, 26. April, sind neben Feedback-Gesprächen zwischen Jury und Musiker:innen Impulsvorträge der Jury-Mitglieder zu diesen Themen geplant: Präludieren vor und zwischen Liedern in der Romantik, Verzierungen im Strophenlied sowie zu Fanny Hensels Leben und zu aufführungspraktischen Notizen und Zitaten von Felix und Fanny.

 

Schloss Weißenbrunn – ein Ort der Konzentration und Resonanz
Schloss Weißenbrunn bei Ebern in Franken ist mehr als nur Austragungsort des Internationalen Hensel-Wettbewerbs: Es ist ein Ort des Forschens, Experimentierens und konzentrierten Arbeitens – inmitten von Natur und in großer Ruhe. Mit seiner historischen Instrumentensammlung entwickelt sich die Stiftung Schloss Weißenbrunn Zentrum für historische Aufführungspraxis. Die gemeinnützige Stiftung wurde 2019 von Wolfgang Kropp mit dem Ziel gegründet, Schloss Weißenbrunn als einen inspirierenden Ort für Musik und Kunst zu etablieren und die historische Substanz des Schlosses langfristig zu erhalten. Sie ermöglicht u. a. ausgewählten Musiker:innen Residenzen im Schloss, verbunden mit Konzerten und Filmaufnahmen. In dieser Saison liegt bei allen Residenzkünstler:innen der Schwerpunkt auf den Werken von Fanny Hensel. Zugleich versteht sich die Stiftung Schloss Weißenbrunn als Vermittlerin musikalischer Bildung und setzt auf Nachhaltigkeit: Mit Education-Programmen für Kinder und Jugendliche bringt die Stiftung klassische Musik in den ländlichen Raum.

Die eingesandten Videos der Finalist:innen sowie aller Bewerber:innen können auf der YouTube-Seite der Stiftung Schloss Weißenbrunn angesehen werden: https://www.youtube.com/@SchlossWeissenbrunnStiftung

Alle Informationen zum Wettbewerb, Livestream sowie über die Musikakademie Schloss Weißenbrunn finden Sie unter: www.schloss-weissenbrunn.de und unter www.instagram.com/schlossweissenbrunn/

Der Zeitplan im Überblick:

  • ab 22. April: die Finalist:innen reisen an
  • 25. April: Finalkonzerte um 15 und 18 Uhr
  • 26. April: Feedbackgespräche und Impulsvorträge der Jurymitglieder

Preise

  • 1. Preis: 8.500 €
  • 2. Preis: 5.000 €
  • 3. Preis: 3.000 €
  • Publikumspreis: 1.000 €

Sonderpreise: Konzerteinladungen, u. a. der Schlosskonzerte Bad Krozingen, ins Schloss Seehaus, in die Mendelssohn-Remise Berlin und ins Schloss Weißenbrunn.

Fotos: Stiftung Schloss Weißenbrunn
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