Grammy-Gewinner auf Europa-Tour

Gemeinsam mit Lisa Batiashvili und Angel Blue sind Yannick Nézet-Seguin und das Philadelphia Orchestra vom 25. August bis zum 9. September 2022 live in Europa zu erleben. In Hamburg, Berlin, Dresden, Edinburgh, Paris, London und Luzern führen sie ein außergewöhnliches Programm auf, das die Arbeit wegweisender Komponistinnen in den Fokus rückt: So wird unter anderem die Symphonie Nr. 1 von Florence Price zu hören sein, für deren Einspielung das Philadelphia Orchestra unlängst den Grammy Award gewann.

Drei Jahre nach ihrer letzten internationalen Tournee setzen Yannick Nézet-Seguin und das Philadelphia Orchestra erstmals wieder zum Sprung über den Atlantik an. Das lang ersehnte Wiedersehen mit dem europäischen Publikum nutzen das Orchester und sein Musikdirektor, um ein wirkmächtiges Zeichen für Diversität zu setzen. 

So präsentieren sie gemeinsam mit Lisa Batiashvili und Sopranistin Angel Blue in Hamburg, Berlin, Dresden und Paris sowie beim Edinburgh International Festival, den BBC Proms und dem Lucerne Festival eine mutige und zeitgemäße Zusammenstellung aus Arbeiten wegweisender Komponistinnen: Florence Price, Valerie Coleman und Gabriela Lena Frank. Alle drei Künstlerinnen sind bzw. waren BIPoC (Black, Indigenous, People of Color).

Außergewöhnliches Programm

Auf dem Programm steht unter anderem die Europa-Premiere von Valerie Colemans Not a Small Voice, einem Auftragswerk des Philadelphia Orchestra, für das Coleman ein gleichnamiges Gedicht von Sonia Sanchez – Poetin und führende Persönlichkeit des Black Arts Movement – vertonte. Ebenso zu hören ist Leyendas: An Andean Walkabout von Gabriela Lena Frank, Composer-in-Residence des Philadelphia Orchestra, das in Europa bislang nur in Finnland und Schweden aufgeführt wurde. Eine Sonderstellung im Repertoire nimmt darüber hinaus die Symphonie Nr. 1 der afroamerikanischen Komponistin Florence Price (1887-1953) ein. Price war eine der ersten schwarzen Komponistinnen in den Vereinigten Staaten, deren Werke zu Lebzeiten landesweite Beachtung fanden – und später dennoch zum Großteil in Vergessenheit gerieten.

Grammy Award für Price-Einspielung

Diesem Umstand setzten Nézet-Seguin und das Philadelphia Orchestra nun ein jähes Ende, denn sie wurden am 3. April 2022 für ihre Einspielung der wiederentdeckten Symphonien Nr. 1 und 3 bei der Deutschen Grammophon mit dem Grammy Award ausgezeichnet. Im Rahmen der anstehenden Tournee wird die Symphonie Nr. 1 nun auch in Europa live zu hören sein und in Edinburgh, Hamburg, Berlin und Luzern zum ersten Mal  zur Aufführung kommen. Price habe eine ganz eigene Klangsprache gehabt und diese in dem Werk zum Ausdruck gebracht, so Nézet-Seguin:

„In ihrer Ersten Symphonie kombiniert Florence Price Volksmelodien mit Choralsatz und Anklängen an Jazz-Harmonik; das Ergebnis klingt durch und durch amerikanisch. Price ging von einer bestimmten Form der europäischen Kunstmusik aus und übersetzte sie in ihr eigenes Idiom.“ 

 

Es sei höchste Zeit, dass Price die internationale Anerkennung erhalte, die ihr gebühre, so Nézet-Seguin. Die anstehende Konzertreise sei hierfür ein erster wichtiger Schritt: 

„Wir freuen uns sehr darauf, im Rahmen unserer Tournee bei den renommiertesten Festivals und in den großen Konzertsälen Europas Station zu machen. Gemeinsam mit unseren guten Freundinnen Lisa Batiashvili und Angel Blue blicken wir mit großer Vorfreude auf das Wiedersehen mit dem europäischen Publikum, bei dem wir noch einmal zeigen können, was uns im Kern ausmacht und wie vielfältig die Musik ist, die uns widerspiegelt. Es ist für uns eine besondere Ehre, Florence Price' Symphonie Nr. 1 in Städten aufzuführen, in denen diese noch nie zuvor zu hören war. Das Werk liegt uns sehr am Herzen und wir hoffen, dass es weltweit zu einem festen Bestandteil des Klassik-Kanons wird.“
Fotos: Todd Rosenberg, André Josselin, Jeff Fusco, Pete Checchia

 

Florence Price: Symphonies Nos. 1 & 3

The Philadelphia Orchestra
Yannick Nezet-Seguin, Dirigent

Deutsche Grammphon, September 2021

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